kooperation : Uetersen: Die Stadt der 423 Küsse

Die Ratsversammlung hat den Weg für eine erfolgreiche Weiterführung der Zusammenarbeit mit Tornesch frei gemacht. Auch abseits der aktuellen Fusionsdebatte, die 2013 (zur Bundestagswahl) mit einem Bürgerentscheid ihren Höhepunkt finden soll – wir berichteten – arbeiten beide Städte seit vielen Jahren schon gut zusammen. Dieser Auffassung war neben beiden Stadtverwaltungen auch die Politik, die jetzt das gemeinsame Sozialamt und das gemeinsame Standesamt bestätigt hat. Fünf weitere Jahre sind nun Uetersener Standesbeamte auch für Tornesch zuständig. Ohnehin vereinen sie bereits seit fünf Jahren auch im Amt Haseldorf. Und das aufgrund der Verwaltungsgemeinschaft, die zumindest nach Auffassung der CDU-Fraktion in der Rosenstadt ebenfalls verlängert werden sollte.

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20. Juli 2012, 21:46 Uhr

Ihr Antrag, der diese Absicht frühzeitig unterstreichen sollte, scheiterte aber kürzlich im Hauptausschuss an den anderen Fraktionen. Einstimmig hingegen wurde der Beschluss gefasst, den Charakter der Hochzeitsstadt über das gemeinsame Standesamt für weitere fünf Jahre zu unterstreichen. Die Tornescher Politiker stimmten dem zu (siehe Seite 5), so dass der Vertrag nun Gültigkeit erlangt hat. In Uetersen wurden 2011 übrigens 423 Ehen geschlossen.

Auf der anderen Seite werden die Aufgaben des Uetersener Sozialamtes auch in Zukunft von der Verwaltung in Tornesch übernommen. Das betrifft die wichtigen Angelegenheiten nach dem Sozialgesetzbuch 12 (Grundsicherung, Leistungen an Asylbewerber und Wohngeld).

Arbeitslosengeld II-Bezieher wenden sich weiterhin an das Jobcenter Tornesch-Uetersen. Derzeit befindet es sich noch im Tornescher Rathaus, doch schon für das kommende Jahr ist der Umzug nach Uetersen geplant.

Ein Problem bleibt jedoch: der mangelhafte, beziehungsweise nicht vorhandene Anschluss des Tornescher Rathauses an das Netz des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Immer wieder ist es in der Vergangenheit zu Beschwerden Betroffener gekommen, sie könnten das Rathaus nicht erreichen.

Eine Lösung liegt offensichtlich in weiter Ferne, denn eine Anbindung des Rathauses an die Linie 6661 (Uetersen-Tornesch) sei aus logistischen Gründen nicht möglich, erklärte Thorsten Ziehm von der diese Linie bedienenden Busgesellschaft KViP. Der Bus fahre über die Uetersener Straße in Richtung Bahnhof. Zwischen Rathaus und dem Linienweg liege jedoch der Bahndamm und zudem versperre eine Spundwand den direkten Zugang. Die Spundwand könnte entfernt werden, doch zusätzliche Bahndämme wird es nicht mehr geben. Da hat die Bahn ein „Stop“ davor gesetzt. Aus Sicherheitsgründen werden in Zukunft nur noch Tunnel- oder Brückenlösungen genehmigt. Eine Möglichkeit aber gibt es dennoch: Tornesch muss das Thema „ÖPNV“ für die Stadt wieder aufgreifen und eine entsprechende Linie bei der KViP bestellen. Diese könnte das Tornescher Stadtgebiet erfassen und sich mit der Linie 6661 am Bahnhof treffen. So könnte auch eine Busanbindung für die Bürger, die das Tornescher Rathaus aufsuchen wollen, geschaffen werden.

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