Trends : Überlebenstraining für den Einzelhandel

Erstmals treffen sich am Donnerstag Gewerbetreibende, Unternehmer, Wirtschaftsförderer und Wissenschaftler aus der Region in Elmshorn zum „Innovationstag Handel“. Im Mittelpunkt des Kongresses stehen Strategien, um ein Aussterben der Zentren in Klein- und Mittelstädten zu verhindern und den stationären Handel langfristig zu stärken. Internethandel und das damit einhergehende veränderte Kundenverhalten auf der einen Seite, der wieder steigende Wunsch der Verbraucher nach persönlichem Service auf der anderen Seite – Gewerbetreibende und Unternehmer stehen vor Herausforderungen, die ein strategisches Umdenken in den Augen vieler Fachleute unumgänglich machen. „Wer am Markt bestehen und den Anforderungen der Kunden genügen will, muss heute auf allen Kanälen präsent sein“, sagte der Vorsitzende des Elmshorner Stadtmarketingvereins, Marc Ramelow

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17. Mai 2015, 21:19 Uhr

Das bestätigt auch die Studie „Vitale Innenstädte“ von Kai Hudetz, Geschäftsführer des Instituts für Handelsforschung IFH in Köln. Hudetz wird während des Kongresses am Donnerstag nicht nur die Ergebnisse der Untersuchung vorstellen, an der sich Elmshorn als eine von 50 deutschen Städten beteiligt hat, sondern auch die Trends im Einzelhandel. Mit von der Partie ist außerdem Lars Binckebanck, Professor an der Nordakademie. Er hat sich mit der Attraktivität Elmshorns als Einkaufsstadt beschäftigt und die Untersuchung der Markenentwicklung in der Stadt begleitet. Für ihn hängt das Image einer Stadt entscheidend von der Qualität des Einzelhandels ab. Seine Forderung: Der Handel solle sich an seine klassischen Stärken halten, nämlich die Nähe zum Kunden und den Service. „Es geht darum, dem Kunden das zu bieten, was ein Onlineshop nicht bieten kann“, sagte er. Dabei sieht Binckebanck auch die Politik in Klein- und Mittelstädten in der Pflicht. Sie, so der Wissenschaftler, müssten die Attraktivität der Innenstädte zur Not auch mithilfe von Umstrukturierungen steigern und dafür Investoren finden. Er weiß sich in dieser Meinung eins mit Elmshorns Wirtschaftsförderer Thomas Becken, für den zur Schaffung optimaler Rahmenbedingungen für den Handel auch eine Veränderung des innerstädtischen Umfelds gehört.

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