Abwasserzweckverband : Über Ausgleich noch entscheiden

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„Ich fühle mich gut aufgenommen“, sagte Christine Mesek. Seit dem 1. April ist sie neuer Vorstand des Abwasserzweckverbandes (azv) Südholstein. Mit ihrem Bericht stellte sich die 44 Jahre alte studierte Bauingenieurin und Betriebswirtin den Delegierten der Städte und Gemeinden, die dem Verband angehören, erstmals „in Aktion“ vor.

shz.de von
07. Juli 2015, 20:41 Uhr

Ihr Bericht stand neben der Verabschiedung der Jahresabschlüsse für 2013 und 2014 im Mittelpunkt der Verbandsversammlung. Das Thema „Aktueller Stand der Breitbandsparte des azv“, die zum Verkauf steht und im Herbst erneut ausgeschrieben werden soll, wurde im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung vom Vorsitzenden der Verbandsversammlung, Roland Krügel, vorgestellt. „Der Abwasserzweckverband weist aufgrund der im Berichtsjahr vorgenommenen außerplanmäßigen Abschreibungen einen Jahresverlust von 4,3 Millionen Euro auf“, sagte Reiner Großkreutz von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Wibera. Über den Ausgleich des Jahresverlustes soll noch entschieden werden. Zukunftschancen liegen nach Ansicht des Wirtschaftsprüfers unter anderem darin, Abfall als Rohstofflieferanten zu sehen - so könnte beispielsweise Klärschlamm verbrannt und Wärme aus Abwasser gewonnen werden. Risiken sieht der Wirtschaftsexperte unter anderem in sinkendem Wasserverbrauch und weiteren Verlusten bei der Breitbandversorgung.

Mesek hatte viel Positives zu berichten: 16,6 Millionen Kubikmeter Wasser wurden bis zum Stand Ende Mai im Hetlinger Klärwerk gereinigt. Damit ist der Wert in den vergangenen Jahren mit insgesamt rund 32 Millionen Kubikmetern annähernd konstant hoch. „Es gab keine Grenzwertüberschreitungen und wenig Störungen im Netz und im Pumpwerk“, konnte die neue Chefin vermelden. Bislang laufe die Entwicklung der Finanzen nach Plan und die Vorbereitungen für den Wirtschaftsplan 2016 liefen bereits. Auch die Vorplanung für den Neubau einer Kläranlage auf Helgoland seien angepackt worden. Mit Erleichterung konnte Mesek mitteilen, dass die von Hetlinger Bürgern beanstandete Geruchsbelästigung „im Griff“ sei. „Es gab nur einen Anrufer auf der eingerichteten Hotline“, sagte sie. Sie und ihre Mitarbeiter bereiten sich auf die neue Abfallklärschlammverordnung vor, die noch für 2015 erwartet wird und die zum Phosphat-Recycling verpflichtet. Ab Herbst wird sich der azv mit einem überarbeiteten Internetauftritt präsentieren, der verstärkt mit den Mitgliedskommunen verlinkt sein soll. Einstimmig wurde Mesek in die Verbandsversammlungen der Stadtentwässerung Glückstadt und des Abwasserverbandes Elbmarsch gewählt.

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