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Machtwort : Twitter-Krieg im Kreistag entbrannt

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Nach dem Machtwort des Kreispräsidenten über die Nutzung sozialer Netzwerke wie „Facebook“ oder „Twitter“ im Kreistag, haben die Reaktionen nicht lange auf sich warten lassen.

Von einem „scheinheiligen Machtwort“ des Kreispräsidenten spricht der Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten im Kreistag, Hans-Helmut Birke. „Nicht unser Kreispräsident hat das Thema angesprochen, sondern es gab einen konkreten Vorfall in einer Sitzung des Kreistags am 16. März dieses Jahres, von dem ich Herrn Tiemann in Kenntnis gesetzt habe“, so Birke. In besagter Kreistagssitzung hatte sich die Abgeordnete der CDU, Kerstin Seyfert abfällig über den Abgeordnetenkollegen der SPD, Hendryk Zeuschner geäußert. Zeuschner, inzwischen nicht mehr im Kreistag vertreten, sprach bei seinen Ausführungen immer sehr schnell und gestenreich. Kerstin Seyfert hatte daraufhin auf ihrer Facebook-Seite einen Eintrag gepostet. Ihr Rat an den Kollegen: Zeuschner solle erst einmal die Eierschalen abwerfen. Daraufhin hatte auch die Abgeordnete Britta von Appen einen Kommentar verfasst.

Kreispräsident Burkhard E. Tiemann hatte die Kommunalpolitiker gewarnt, soziale Netzwerke „zügellos zu gebrauchen“, er erwarte von den erwachsenen Politikern mehr Verantwortungsbewusstsein. Von Hannes Birke wird Tiemann nun vorgeworfen, das Thema sechs Monate lang totgeschwiegen zu haben und erst einen Twitter-Eintrag von Ralf Stegner (SPD) im Kieler Landtag zum Anlass genommen zu haben, um sich öffentlichkeitswirksam zu äußern. „Wäre es Herrn Tiemann ernsthaft um den Schutz der Kreistagsabgeordneten gegangen, hätte er sein Machtwort vor sechs Monaten sprechen müssen und zwar verbunden mit einer deutlichen Kritik an seiner CDU-Fraktion.“ So inszeniere der Kreispräsident lediglich ein parteipolitisches Spektakel.

Dass Kreistagsabgeordnete soziale Netzwerke nutzen oder bei Twitter Beiträge absetzen, ist auch im Kreis Pinneberg ein beliebtes Mittel zur Kommunikation. Mehrere Abgeordnete aller Fraktionen haben einen entsprechenden Account bei einem der Anbieter. Einträge bei Facebook sind nur nach vorheriger Freigabe zu sehen, einem Twitter-Account kann man auch ohne vorherige Bestätigung des Nutzers folgen und sich so direkt informieren.

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erstellt am 24.Nov.2011 | 20:51 Uhr

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