Neujahrsempfang in Moorrege : Tun wir alles, was wir tun könnten?

4283532_800x366_54bc1babbea5d.jpg

„Das Gestern ist fort – das Morgen nicht da. Leb also heute!“ Mit diesem Ratschlag von Pythagoras hat Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg seine Neujahrsrede beendet – eine Rede, in die er Lob und Kritik gepackt hatte. Land, Kreis und Nachbarstadt Uetersen bekamen Seitenhiebe ab. Auch ansonsten sorgte der routinierte Verwaltungschef dafür, dass sich die Gäste während des Neujahrsempfangs in der voll besetzten Mehrzweckhalle „An’ n Himmelsbarg“ nicht langweilten.

shz.de von
18. Januar 2015, 21:43 Uhr

„Sie müssen wissen, dass sich Uetersen auch mit Moorreger Steuergeldern finanziert“, so Weinberg. Von dem ursprünglichen Ansinnen eines transparenten Finanzausgleichs und einer auskömmlichen Finanzausstattung für alle Kommunen, sei am Ende eine Umverteilung der Mittel von ‘Klein nach Groß’ herausgekommen. Moorrege selbst bleibe auch 2015 seinem bisherigen Motto treu, die Aufnahme von Schulden zu vermeiden. Dabei plant die Gemeinde, eine Million Euro zu investieren.

Auch „Reibungspunkte“ in der Zusammenarbeit mit dem Kreisbauamt verschwieg der Bürgermeister nicht: „Ich würde mir wünschen, dass den Menschen, aber auch den Gemeinden, statt ständig neuer Vorschriften und Regelungen, mehr Eigenverantwortung für ihr Handeln überlassen wird.“ In diesem Zusammenhang nahm der Bürgermeister auch zum geplanten neuen Umgang mit den Kameradschaftskassen der Freiwilligen Feuerwehren Stellung: „Die Kasse bleibt in der Verantwortung der Wehr“, sagte er. Weinberg mahnte Bescheidenheit an. „Angesichts der Weltgeschehnisse wirken unsere Probleme banal“, räumte er ein. Er forderte alle Anwesenden auf, sich zu fragen: „Tun wir wirklich alles, was wir tun könnten?“

Das Rahmenprogramm war bunt und unterhaltsam. Die Männerstimmen der Chorknaben Uetersen brachten unter Leitung von Hans-Joachim Lustig klassische und moderne Stücke zu Gehör. Der Elbkinderchor Hetlingen unter Leitung von Manuela Teichmann sang bekannte Stücke von Rolf Zuckowski. Nicht nur mit ihrem Können, sondern auch mit ihren Entertainerqualitäten überraschten die Mitglieder des Jugendbläser Korps Holm unter Leitung von Detlef Kleinwort. Zum Auftkt ihres Auftritts ließ Kleinwort den Fürstengruß blasen – „zu Ehren des Königs … äh Bürgermeisters“. Mit sinnigen Gedichten von James Krüss sicherten sich Kinder der Moorreger Grundschule die Lacher des Publikums. Mit Blumen und anerkennenden Worten würdigte Weinberg das Engagement von „Appen musiziert“-Vater Rolf Heidenberger, von Oberst Klaus-Christian Kuhle, Leiter der in der Appener Marseille-Kaserne angesiedelten Unteroffiziersschule, sowie von Lehrer Tobias Führmann, „Allzweckwaffe“ der Moorreger Gemeinschaftsschule, der 2014 zum zweiten Mal mit dem Deutschen Lehrerpreis ausgezeichnet wurde.

Alle drei Jahre nimmt die Gemeinde Moorrege den Neujahrsempfang zum Anlass, um erfolgreiche Sportler auszuzeichnen. In diesem Jahr war Arne Stahl der Star. Der Schwimmer des DLRG-Vereins Region Uetersen erkämpfte im vergangenen Jahr Weltmeister- und Vizeweltmeistertitel. Mit ihm ehrte Bürgermeister Weinberg weitere 19 Moorreger.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert