Tropfender Giftlaster gestoppt

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16. März 2012, 16:01 Uhr

„Die Ladung ist giftig“, sagte ein Polizist. Auf den Fässern prangten Totenköpfe. Nach einer intensiven Untersuchung gehen Feuerwehr und Ordnungsbehörde zwar inzwischen davon aus, dass es sich bei der ausgetretenen Flüssigkeit um harmloses Schwitzwasser handelt. Trotzdem begleitete die Polizei den 40-Tonner auf seiner Tour nach Brunsbüttel. Der 38-jährige Fahrer wollte das belastete Erdreich in der Sonderabfallverbrennungsanlage (Sava) entsorgen. „Dort soll während des Entladens festgestellt werden, ob die Ladung ordnungsgemäß deklariert und gesichert wurde“, teilte der Polizeisprecher Bernd Tegebauer mit. Der Sattelschlepper war den Beamten gegen 10.40 Uhr bei einer Routine-Kontrolle auf dem Parkplatz „Forst Rantzau“ Richtung Norden aufgefallen. „Bei der Ladungsüberprüfung wurde festgestellt, dass von der Ladefläche eine unbekannte Flüssigkeit austrat“, so Tegebauer. Sie tropfte an der rechten Lkw-Seite herunter. Laut Papieren war das Erdreich in unterschiedlichen Verpackungen gelagert und enthielt Pestizide. Nach Auskunft von Hans Nachtsheim, Chemie-Fachberater des ABC-Zugs des Kreises Pinneberg, handelt es sich bei dem Pflanzenschutzmittel um ein Kontaktgift, das den Mensch bei Berührung oder Einatmen schädigen kann. Die Polizei räumte daher den Parkplatz sofort und sperrte ihn ab. Einsatzkräfte des ABC-Zugs untersuchten die Ladung und nahmen Proben. Dabei trugen sie Schutzanzügen und Atemschutzmaske. Unterstützt wurden sie von zwei Sava-Mitarbeitern, die eilends aus Brunsbüttel anreisten. Bei der Schwerlastkontrolle auf dem Parkplatz überprüften Beamte des Polizeiautobahnbezirksreviers Pinneberg ab 8 Uhr rund 20 Lkw. Wie der Einsatzleiter, Polizeikommissar Georg Radau, berichtete, erwischten die Beamten einen weiteren Gefahrgut-Laster. Das Fahrzeug war nicht ausreichend gekennzeichnet.

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