Schleswig-Holstein Musikfestival : Traumhaft schöne Musik und knackiger Krustenbraten

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Beethovens „Geister-Trio“, das Klaviertrio in D-Dur op. 70 , mutete an wie das Wetter der vergangenen Tage: düster, heraufbrausend, mit Blitz und Donner und prasselndem Regen – es ist, als ob der Himmel einstürzt. Doch trotzdem wurde beim ersten Konzert des Schleswig-Holstein Musik-Festivals 2012 im Haseldorfer Rinderstall kein Trübsal geblasen, sondern wundervoller Musik gelauscht. Verantwortlich dafür waren drei französische Musiker, die bereits seit über zwanzig Jahren gemeinsam spielen und sich Klassik-Sterne vom Musiker-Himmel pflücken und mit vielen Auszeichnungen aufwarten können.

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11. Juli 2012, 18:59 Uhr

Da ist zuerst einmal Vincent Coq, der einfühlsame Pianist am Steinway-Flügel, der mit geradezu artistischer Fingerfertigkeit die vielen schnellen Läufe bewältigte, aber auch ganz still und sanft und trotzdem ausdrucksvoll Beethovens, Liszts und Franz Schuberts Musik aus dem glänzenden, schwarzen Flügel unter dem Reetdach aufsteigen ließ. Jean-Marc Phillips-Varjabèdiean strich, zupfte, betörte gar seine so voluminös klingende Geige und Raphael Pidoux bewies, dass er sein Violoncello nahezu genial beherrschte.

Nach Beethovens Geister-Trio, Franz Liszts „Tristia – Vallèe d`Obermann und Franz Schuberts Klaviertrio Es-Dur op. 100 D verhallte das Musikerlebnis in donnerndem Applaus und Bravo-Rufen, artig gab das „Trio Wanderer“ seinen Dank mit der Wiederholung des Prestos aus Beethovens Geister-Trio als Zugabe.

Gute Laune und wetterfeste Kleidung war in der Pause, vor und nach dem Konzert im festlich ausgerichteten Innenhof des Rinderstalles zu sehen. Das Wetter spielte dem Gelingen der diesjährigen Premiere des Festivals keinen Streich. Die Haseldorfer Feuerwehr hatte wieder in gewohnter Professionalität und mit ihrem individuellen Charme und der typischen Haseldorfer Gastgeber-Freundlichkeit dafür gesorgt, dass die Gäste aus nah und fern problemlos von den zugewiesenen Parkplätzen und wieder zurück kamen und auch ganz versteckt hinter den Kulissen für Sicherheit gesorgt war.

Der eigentliche Gastgeber des Abends, Udo Prinz von Schoenaich-Carolath, bedankte sich bei den vielen Helfern und Dauer-Gästen, Künstlern und Künstlerbetreuern auf seine ganz eigene Art: Mit einer launigen Rede, die er ganz traditionell immer aus dem Stegreif spricht und die immer von viel Gelächter begleitet ist, wird nach dem Konzert im hübsch herausgeputzten ehemaligen Schweinestall noch ein bisschen gegessen und gefeiert. Stolz war der Prinz auf seinen neuen Koch im Haseldorfer Hof, der gleich mit seinem „Krustenbraten vom Edelschwein, Sauerkraut und gebackenen Kartoffeln“ bei den Gästen ordentlich Furore machte. Koch Florian „Flo“ Ehlers legte zusammen mit Schlossgärtner Heintje Dreier und Tochter Jasmin sowie zauberhaften jungen Helfern aus Haseldorf einen rasanten Service hin, so dass sich alle auf die nächsten Konzerte und das so beliebte gesellschaftliche Drumherum freuen.

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