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Uetersener Nachrichten

20. August 2017 | 08:30 Uhr

Kooperation : Trauma-Ambulanzen bieten Hilfe

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Schleswig-Holsteins Sozialministerin Kristin Alheit besuchte gestern die neu geschaffene Trauma-Ambulanz Westholstein, die sich aus einer engen Zusammenarbeit zwischen dem Elmshorner Wendepunkt e. V. und den im Kreis Pinneberg ansässigen klinischen Einrichtungen ergibt.

Langjähriger sexueller Missbrauch, häusliche und außerhäusliche Gewalt, oder auch nur ein einzelner schwerer Schicksalsschlag, können folgenschwere Auswirkungen auf das Leben von Kindern haben. Damit all das frühzeitig erkannt und damit das Risiko einer Traumafolgestörung minimiert werden kann, haben die Regio-Kliniken und der Wendepunkt nun jene Trauma-Ambulanz ins Leben gerufen. Insbesondere Kinder erhalten dort nach schweren traumatischen Erlebnissen umfassende und professionelle Hilfe.

„Traumatisierte junge Menschen und deren Familien erhalten eine zentrale Anlaufstelle, über die rund um die Uhr eine zielgerichtete Traumaintervention begonnen und zeitnah durch erfahrene Fachkräfte ein individuelles und bedarfsgerechtes Versorgungsangebot zur Verfügung gestellt werden kann“, sagte die Geschäftsführerin des Wendepunkt, Ingrid Kohlschmitt.

Zukünftig arbeiten also klinische Einrichtungen eng mit den freien Trägern der Jugendhilfe zusammen. Die damit einhergehende Vernetzung untereinander ermöglicht es, das Hilfsangebot deutlich auszuweiten. Dirk Jacobsen, Psychologe beim Wendepunkt: „Nicht nur Opfer mit Gewalterfahrung erhalten in dieser gemeinsamen Ambulanz Hilfe, sondern auch Kinder und Jugendliche, die beispielsweise Zeugen eines schweren Unglücks geworden sind oder eine komplexe, manchmal langjährige traumatische Vorgeschichte haben.“ Für die klinische Seite sagte die Chefärztin der Klinik für Kinder und Jugendpsychiatrie, Anna Vetter: „Langfristige Folgen, wie Ängste, Schlafstörungen oder auch Einschränkungen der schulischen Leistungsfähigkeit können durch das frühe und zielgerichtete Eingreifen nach einer traumatischen Situation deutlich gemindert werden.“ Auch die Ministerin zeigte sich hoch erfreut: Gemeinsam mit diesen Partnern haben wir die Hilfen für psychisch traumatisierte Opfer in Schleswig-Holstein verbessert. Seit Jahresbeginn bieten wir Trauma-Ambulanzen in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Soziale Dienste kompetente Soforthilfe zur Behandlung eines erlittenen psychischen Traumas. Die Kosten dafür können unbürokratisch im Zuge der Opferentschädigung für die Betroffenen übernommen werden. Mein Dank gilt allen Beteiligten für das gemeinsame Engagement, insbesondere auch dem „Weissen Ring“, der sich für die Trauma-Ambulanzen eingesetzt hatte“, so Alheit.

Finanziert werden die Ambulanzen aus unterschiedlichen Budgets. Außer Beitragsgeldern fließen auch öffentliche Mittel aus Töpfen der Jugendämter oder aus dem Opferentschädigungsgesetz. Darüber hinaus aus Spenden.

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erstellt am 05.Feb.2014 | 18:36 Uhr

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