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Versammlung Feuerwehr Ahrenlohe : Tränen für Lisa Marie Behrens

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der Schock sitzt tief. Einige Mitglieder der Ahrenloher Feuerwehr hatten Tränen in den Augen, als sie während der Jahreshauptversammlung am Freitag eine Schweigeminute zum Gedenken an die Verstorbenen einlegten. Ihre Kameradin Lisa Marie Behrens war am 19. März im Alter von 18 Jahren durch die Hand eines Mitglieds der Tornescher Jugendfeuerwehr ums Leben gekommen. „Sie starb als junge Erwachsene durch einen Akt von Gewalt, dem wir immer noch ratlos gegenüberstehen“, sagte Pastor Winfried Meininghaus in einer Ansprache.

Wie berichtet, hatte der 16-jährige Täter gestanden, sie erwürgt zu haben. Das Landgericht Itzehoe verurteilte den Schüler im Oktober zu neun Jahren Jugendstrafe und ordnete seine Einweisung in eine psychiatrische Klinik an. Lisa Marie Behrens war erst drei Monate vor ihrem Tod in die aktive Wehr übernommen worden. Meininghaus erinnerte auch an zwei weitere Todesfälle. Wenige Stunden vor der Feuerwehrfrau war der hauptamtliche Gerätewart Andreas Jungclaus (52), einige Wochen später der Ehrenwehrführer Jürgen E. Carstens (60), Vorgänger des Wehrführers Dirk Lolies, gestorben. „Dreimal standen wir vor Särgen. Dreimal galt es Abschied zu nehmen von Kameraden, die viel zu früh aus dem Leben geschieden sind“, sagte Meininghaus und: „Dass sie nicht mehr da sind, hat wehgetan. Es schmerzt immer noch.“

Mit einer Anekdote brachte der stellvertretende Wehrführer Sönke Brandt seine Kameraden wieder zum Lachen. An zwei aufeinanderfolgenden Tagen im Mai zog die Feuerwehr dieselbe Kuh aus demselben Graben an der Bilsbek. „Die Hufe im Himmel, den Rücken im Wasser, lag sie im Graben“, sagte Brandt. Sein Fazit: „Entweder war es eine dumme Kuh oder sie hatte Sehnsucht nach der örtlichen Feuerwehr ihres Vertrauens.“ Nachdem 2013 viele Stürme die Feuerwehr in Atem gehalten hatten, ging die Zahl der Einsätze im vergangenen Jahr von 90 auf knapp 70 zurück. Die Kameraden leisteten aber doppelt so oft als zuvor Löschhilfe für die Nachbarwehren. Pressewart Jochen Grünwald erläuterte die Gründe: Wenn die Wehr im Ernstfall eine bestimmte Personalstärke nicht aufbringen kann, muss sie aufgrund einer Gesetzesänderung die Nachbarkräfte alarmieren. Dazu kommt es häufig, weil immer weniger Chefs ihre Beschäftigten für den Löschdienst freistellen. Nicht zuletzt ist die Feuerwehr im vergangenen Jahr von etwa 55 auf 47 aktive Kameraden geschrumpft.

Mit Nicole Pohlke und Karsten Krehl gibt es aber auch Neueinsteiger.

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erstellt am 08.Feb.2015 | 18:55 Uhr

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