125 Jahre Feuerwehr : Traditionsbewusst und jung

4408918_800x451_556b34584edca.jpg
1 von 3

Versicherungszuschüsse zur Anschaffung von Ausrüstung haben vor 125 Jahren dafür gesorgt, dass zahlreiche Freiwilligen Feuerwehren gegründet wurden. Zuvor gab es eine Zwangsfeuerwehr. Männer aus dem Dorf mussten sich um die Brandbekämpfung kümmern, wissen Wehrführer Helmut Ossenbrüggen und sein Stellvertreter Kai Ludewigs. Nachdem Napoleon 1811 die erste Freiwilligentruppe für Paris geschaffen hatte, folgte man dem Beispiel in ganz Europa. Und das Geld der Assekuranz nahmen die Heistmer auch gerne mit.

shz.de von
31. Mai 2015, 18:15 Uhr

Die frühe Geschichte der Wehr haben die Dorfchronisten, das Ehepaar Margarete und Jörg Eichbaum zum 100-jährigen Bestehen aufgearbeitet. Den ersten Einsatz hatten die Heistmer übrigens in Holm. Bei einem Großbrand ging es im Laufschritt mit einer „Abprotzspritze“ ins Nachbardorf. Die Feuersbrunst war so beeindruckend, dass der Kamerad Matthias Cremling ein Lied darauf textete.

Kontinuität gab es in der Unterbringung. 1898 wurde das erste Spritzenhaus eingeweiht, das Dank Aus- und Umbauten erst 1965 ersetzt werden musste. 2010 riss man ein Teil des Gebäudes an der Schulstraße wieder ab, um Platz für die immer größer werdenden Löschfahrzeuge zu schaffen.

Tradition hat es in Heist den blauen Rock zu tragen. Viele Nachnamen der bisherigen elf Wehrführer, früher Hauptmann genannt, finden sich auch noch heute in den Listen wider. Ein Vorfahre von Ossenbrüggen gehörte etwa 1890 zu den Gründungsmitgliedern.

Während den Weltkriegen wurden viele Heistmer eingezogen. Ein Zeitungsbericht vom 26. Oktober 1914 belegt, das „20 junge Leute“ zum Brandschutz verpflichtet wurden. Und ein Foto, dass 1944 oder ‘45 aufgenommen worden ist, zeigt Frauen in Einsatzkleidung. Mit Jana Scheiba und Janet Bolz tun derzeit übrigens zwei Heistmerinnen aus freien Stücken ihren Dienst. Als gute Idee hat sich die 2008 gegründete Jugendfeuerwehr entpuppt. 90 Prozent der Neuen in der aktive Truppe kommen aus dem Nachwuchsbereich und sind „hervorragend ausgebildet“, so Ossenbrüggen. „Die passen“ fügt Ludewigs hinzu. Mit 20 Mädchen und Jungen ist die Jugendwehr voll besetzt. Es gibt eine kleine Warteliste. Die aktive Mannschaft hat 50 Mitglieder, die Ehrenabteilung ist 20 Mann stark. Einer „jungen Wehr“ stehen Ossenbrüggen und Ludewigs vor, mit der sie „rundum zufrieden“ sind. Bei Übungen mit Blauröcken aus anderen Kommunen sei man „weit vorn“, bei Einsätzen „hoch motiviert“.

Tag der offenenTür, Jubi-Party sowie Empfang

Dreifach soll das Jubiläum der Heistmer Feuerwehr gefeiert werden. Am Sonnabend, 20. Juni, gibt es einen Tag der offenen Tür in und rund um das Feuerwehrgerätehaus. Entsprechend des historischen Anlasses ist er „Feuerwehr im Wandel der Zeit“ überschrieben. Einige Oldtimer werden zu sehen sein, aber auch das derzeit modernste Gefährt in der Region, das Hubrettungsfahrzeug mit Gelenkmast der Tornescher Kameraden.

Mit einer Übung werden die Anforderungen demonstriert, mit der die Truppe während eines schweren Verkehrsunfalls konfrontiert wird. Es gibt Brandschutzaufklärung und die Jugendwehr stellt sich vor. „Wir hoffen, dass sich eine ganze Menge Bürger dafür interessieren“, so Wehrführer Helmut Ossenbrüggen.

Ein „Dorffest“ so der stellvertretende Wehrführer Kai Ludwigs soll am Sonnabend, 29. August, ab 20 Uhr mit der „Jubi-Party“ steigen. Auf dem alten Sportplatz wird ein Großzelt aufgebaut und „Boerney & die TriTops“ spielen. Der Vorverkauf beginnt am 1. Juli. Zudem gibt es einen Empfang für geladene Gäste.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert