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Uetersener Nachrichten

21. Oktober 2017 | 22:16 Uhr

Unfall : Tot geglaubter Kater ist putzmunter

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Einen Tag und eine Nacht trauerte der elf Jahre alte Kater Balu um seinen Zwillingsbruder Bagiera, dann stand der Racker wieder vor der Tür. Nun fragt sich Frauchen Sabine Heilmann, welcher Kater buchstäblich in seine Einzelteile zerlegt auf der Klinkerstraße lag, und greift die alte Diskussion über eine Verkehrsberuhigung der Straße wieder auf.

shz.de von
erstellt am 07.Aug.2014 | 20:03 Uhr

Es war einer jener Momente, den wohl jeder Katzenbesitzer fürchtet: Lina Schakat bringt ihre kleine Tochter in den Kindergarten und sieht aus dem Auto den kleinen Körper einer Katze auf der Klinkerstraße liegen. Oder das, was davon noch übrig ist.

Fellfarbe, das Muster, die Größe – alles deutet auf Kater Bagiera hin, der in einer frischen Blutlache liegt. „Er war noch warm, der Unfalll muss also kurz vorher passiert sein“, erinnerte sich Sabine Heilmann mit Grausen an den Moment als sie, von Tochter Lina Schakat zu Hilfe gerufen, sich erstmals über das tote Tier beugte.

Der Anblick sei ein fürchterlicher gewesen, sagte Sabine Heilmann, die mit Tochter und Enkeltochter zusammen in einer Seitenstraße der Klinkerstraße lebt. Schwer zu ertragen selbst für einen Erwachsenen! „Jemand muss den Kater mit hohem Tempo überfahren und dann einfach liegen gelassen haben“, sagte sie. Zusammen mit Nachbarn bettete sie den geschundenen Leichnam in eine Kiste und beerdigte ihn in dem festen Glauben, es handele sich um ihren Bagiera.

Umso größer war die Freude, als der Lümmel am nächsten Tag seelenruhig vor der Tür saß. Nun fragt sich Sabine Heilmann allerdings , welcher Katzenbesitzer seit Anfang der Woche vergebens darauf wartet, dass sein geliebtes Tier nach Hause zurückkehrt? Und hat inzwischen zu Moorreges Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg Kontakt aufgenommen, denn sie will, dass die Autofahrer auf der Klinkerstraße ausgebremst werden. „Die Diskussion um eine Geschwindigkeitsreduzierung ist nicht neu“, sagte sie.

Aber in ihren Augen unverändert aktuell. „In der Straße wird gerast, und das trotz Grundschule und Kindergarten.“ Was die Situation in Sabine Heilmanns Augen noch verschärft, ist die Tatsache, dass die Klinkerstraße vorfahrtsberechtigt ist. „Vielleicht wäre uns schon geholfen, wenn das nicht wäre.“ Aufrütteln wolle sie, ein Zeichen setzen. „Wir müssen alle achtsamer sein.“

Weinberg reagierte durchaus mit Verständnis, machte aber auch deutlich, dass die Chancen für ein derartiges Vorhaben eher gering sind. „Da spielt der Kreis nicht mit“, sagte er im Hinblick auf ein weitere Temporeduzierung. Gleichzeitig appellierte der Moorreger Bürgermeister an die Autofahrer, vorsichtig zu fahren. „Die Grenze von 50 Stundenkilometern ist unbedingt einzuhalten.“

Und wenn jemand langsamer fahre, umso besser. „Die Straße ist zwar kein Unfallschwerpunkt, aber es gibt einige Raser auf der Strecke“, sagte er. Auch eine Veränderung der Vorfahrtberechtigung sieht der Gemeindechef kritisch. Dazu gebe es in der Klinkerstraße zu viele zuführende Straßen.

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