Verkehrschaos befürchtet : Tornesch und Pinneberg wollen Sanierung der L110 verschieben

Die Tornescher Christdemokraten wollen die Verkehrssituation auf der Ahrenloher Straße verbessern. Das müsse allerdings mit dem Ausbau der A 23 einhergehen, so die CDU.
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Die Tornescher Christdemokraten wollen die Verkehrssituation auf der Ahrenloher Straße verbessern. Das müsse allerdings mit dem Ausbau der A 23 einhergehen, so die CDU.

Bürgermeister wollen abwarten bis die Westumgehung fertig ist. Stau-Chaos soll damit vermieden werden.

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12. Februar 2018, 13:15 Uhr

Tornesch/Pinneberg | Die für kommenden Sommer geplante Sanierung der Landesstraße 110 sorgt für mächtig Wirbel. Nicht nur die Menschen in der Region fragen sich, wie sie dem Stau-Chaos entkommen können, auch die Bürgermeister der Städte Tornesch und Pinneberg machen mobil. Roland Krügel (CDU) und Urte Steinberg (parteilos) fordern eine Verschiebung der Baumaßnahme − und zwar auf das Jahresende 2018. Denn dann soll die Pinneberger Westumgehung fertiggestellt sein und könnte als Ausweichstrecke für eine deutliche Entlastung sorgen, so die Idee der Bürgermeister. Bundestagsmitglied Ernst Dieter Rossmann (SPD) nimmt den Fall derweil zum Anlass, einen Koordinator für Straßensanierung im Kreis Pinneberg zu fordern.

Wie berichtet, will der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) die Ahrenloher Straße ab dem 9. Juli vom Tornescher Ortszentrum bis zur Brücke über die A 23 komplett erneuen. Der Plan: Die Arbeiten werden in vier Bauabschnitte unterteilt, die Landesstraße ist während der dreimonatigen Bauzeit für den Durchgangsverkehr gesperrt. Die Umleitungsstrecken sind zwar noch nicht final festgelegt, doch dürfte ein Großteil der Autos und Lastwagen über die L 107 in Richtung Prisdorf und weiter bis nach Pinneberg fahren.

Pendler und Unternehmen betroffen

„Ich möchte mir nicht vorstellen, was dann hier abgeht“, sagt Krügel. Der Tornescher Verwaltungschef denkt dabei außer an die Pendler auch an die Unternehmen in seiner Stadt. Ob Altonaer Wellpappe, Hawesko oder Hellerman-Tyton − alle schicken täglich ihre Lastwagen in Richtung Autobahn. Bei aller Freude über das Sanierungsprogramm des Landes: „Es kann nicht sein, dass die Wirtschaft hier still steht“, so Krügel.

Der Tornescher Bürgermeister will sich nun Unterstützer in der Region suchen. Und ist mit der Stadt Pinneberg bereits fündig geworden. Auch Steinberg sieht eine Sanierung in diesem Jahr kritisch. Auf Nachfrage unserer Zeitung heißt es dazu aus der Kreisstadt: „Auf Wunsch der Stadt Tornesch unterstützt die Stadt Pinneberg Tornesch bei ihren Bemühungen, die Maßnahme zu verschieben, da dann die Westumgehung als weitere Ausweichstrecke zur Verfügung stehen dürfte.“ Auch SPD-Politiker Rossmann, Bundestagsmitglied aus dem Kreis Pinneberg, unterstützt die Forderung der beiden Verwaltungschefs. Mit Blick auf den gesamten Kreis Pinneberg und die zahlreichen Straßenbauarbeiten, die Verkehrsteilnehmer zunehmend belasten, schlägt er Alarm. Notwendig sei ein abgestimmter Plan für die Sanierung von Kreis-, Landes- und Bundesstraßen. Seine Idee: Ein Koordinator für Baumaßnahmen, so wie ihn die Stadt Hamburg 2014 für den A7-Ausbau eingesetzt hatte.

Krügel hat dem LBV seinen Standpunkt nach eigenen Angaben deutlich gemacht. Der Landesbetrieb verweist in einer Stellungnahme auf die Dringlichkeit der Sanierung und betont, dass der „Feinschliff“ für die Baumaßnahme noch erfolge.

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