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Neuer AWO-Kindergarten : Tornesch: Kritik an Vergabe der Trägerschaft

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Christdemokraten verweisen auf Mängel in der Kommunikation mit anderen KiTa-Trägern vor Ort.

shz.de von
erstellt am 23.Jun.2016 | 10:00 Uhr

Tornesch | Eine Ratsversammlung beginnt in Tornesch in der Regel pünktlich. Und so hatten sich auch am Abend des EM-Fußballspiels Deutschland gegen Nordirland alle Interessenten um 19.30 Uhr im Ratssaal eingefunden. Dort wurde aber nicht die Sitzung eröffnet, sondern gemeinsam Fußball geschaut. Doch alle Anwesenden waren damit einverstanden, so auch eine junge Mutter mit zwei Kindern im Kindergartenalter. Die Tornescherin meldete sich in der Bürgerfragestunde zu Wort und wollte wissen, nach welchen Kriterien die Vergabe der Trägerschaft für den geplanten Kindergarten im Wohngebiet Tornesch am See erfolgt sei. „Es ist mir bekannt, dass die Kirche kein Angebot abgeben durfte“, so die junge Mutter.

Um den Bedarf an Krippen- und Kindergartenplätzen auch in Zukunft decken zu können, wird die Stadt durch die Grundstücksgesellschaft Tornesch (GGT) im Neubaugebiet Tornesch am See eine neue Kindertagesstätte für zwei Krippengruppen und drei Elementargruppen bauen. Die Beschlüsse dazu wurden im Fachausschuss und in der Ratsversammlung gefasst. In der März-Sitzung des Ausschusses für Jugend, Sport, Soziales, Kultur und Bildungswesen hatten sich die Politiker dafür ausgesprochen, dass der neue Bewegungskindergarten unter der Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt (Awo) stehen und als Grundlage der Planung das Gebäude des Awo-Bewegungskindergartens Merlinweg dienen sollte.

Bürgermeister Roland Krügel beantwortete die Frage und betonte, dass mit der Awo die schnellste und beste Lösung gefunden worden sei. Und das hinsichtlich des KiTa-Konzeptes und der Budgetierung. Denn analog der Zusammenarbeit mit dem Wabe-Kindergarten will die Stadt auch bei dem neuen Kindergarten dem Träger einen festen Zuschuss pro Betreuungsstunde pro Kind zahlen. „Eine Ausschreibung musste es nicht geben. Wir konnten das als Kommune alleine entscheiden. Und wir haben uns beeilt, weil wir den Kindergarten so schnell wie möglich auf den Weg bringen wollten, um auch Förderanträge stellen zu können“, so Bürgermeister Krügel.

Die Christdemokraten griffen das Thema auf und hakten nach. „Hatten wirklich alle KiTa-Träger in Tornesch ausreichend Möglichkeit zu reagieren oder ist gar nicht mit allen Trägern kommuniziert worden?“, fragte der CDU-Fraktionsvorsitzende Christopher Radon. Die Leiterin des Amtes für soziale Dienste Sabine Kählert räumte ein, dass wohl der Kirchenvorstand die Budgetierung nicht abschließend beraten habe. Mit dem DRK sei jedoch keine Einigung bei der Budgetierung zu erwarten gewesen und das Wabe-Konzept nicht für die neue KiTa passend. „Um die Planungszeit zu verkürzen, verdichtete sich alles auf die Trägerschaft der Awo.“ Silke Sörensen (CDU) merkte an, dass sich Träger übergangen fühlten.

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