GHV-Gruppe : Toller Sport mit dem Hund

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Seit fast einem Jahr gibt es im Gebrauchshundverein Tornesch die Abteilung „Sport-Rettungshund“. Der Verein nimmt damit in Schleswig-Holstein fast eine Vorreiterrolle ein, denn bislang wird diese junge Sportart mit dem Hund erst in zwei Vereinen Schleswig-Holsteins angeboten.

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24. Juli 2015, 17:52 Uhr

Geleitet wird die Tornescher Gruppe von Elke Jackel und Kaare Johannessen. Trainiert wird jeweils montags ab 17.30 Uhr. Treffpunkt ist das Vereinsgelände Am Goldenen Stern. Zwölf Hundeführer haben sich im Gebrauchshundverein Tornesch mit ihren Vierbeinern dieser Ausbildung verschrieben. Sie ist anspruchsvoll und vielseitig, aber weder Hund noch Mensch müssen dafür Leistungssportler sein. „Grundsätzlich kann jeder Hund zum Sport-Rettungshund ausgebildet werden. Allerdings darf er keine Wesensmängel aufweisen wie Aggression gegenüber fremden Personen oder übermäßige Ängstlichkeit“, so Elke Jackel.

Im Unterschied zu einer Rettungshundestaffel werden der Sport-Rettungshund und sein Hundeführer nicht für den Ernstfall ausgebildet. Daher benötigt der Hundeführer auch keine Ausbildung im Sanitätsdienst und für technische Geräte wie GPS und Funk. Auch die jederzeitige Einsatzbereitschaft entfällt.

Mit den Hunden wird die „Nasenarbeit“ trainiert. Und zwar im Tornescher Gebrauchshundverein die Fährtensuche und die Flächensuche. Die Trümmersuche, Wasserrettung und Lawinensuche werden im Tornescher Verein nicht angeboten. Zusätzlich zur „Nasenarbeit“ trainieren Hund und Hundeführer „Unterordnung und Gewandtheit“.

In der Unterordnung stellt der Hund seinen Gehorsam unter Beweis. Hierbei handelt es sich um eine Fortsetzung der Begleithundprüfung, die Voraussetzung für die Teilnahme an Wettkämpfen ist“, erläutert Kaare Johannessen. Die Übungen zur Gewandtheit – Hund muss Tunnel und einen Schlauch durchkriechen, unangenehmes Material begehen, verschiedene Hindernisse überqueren und wird von seinem Hundeführer getragen und an eine andere Person übergeben, die den Hund ebenfalls über eine Strecke von zehn Metern trägt – stärken das beidseitige Vertrauen zwischen Hund und Hundeführer.

Weltmeisterinnen leiten zweitägigen Workshop

Am Wochenende 8. und 9. August haben die Tornescher Hundesportler der Abteilung Sport-Rettungshunde zwei Weltmeisterinnen zu Gast. Sie leiten Hundesportler des Gebrauchshundvereins Tornesch sowie aus weiteren Hundesportvereinen an. Mehr als 30 Teilnehmer aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Brandenburg und Rheinland-Pfalz haben sich für den Workshop angemeldet. Als Leiterin des Workshops wurde Brigitte Versterre vom Rettungshundeverband der Niederlande gewonnen. Sie hat mit ihren Hunden mehrfach erfolgreich an Weltmeisterschaften für Sport-Rettungshunde teilgenommen und wurde 2007 Weltmeisterin in der Flächensuche. Unterstützt wird sie von Petra Grothe. Sie ist ebenfalls vom Rettungshundeverband der Niederlande, amtierende Weltmeisterin und aktuelle Deutsche Meisterin in der Flächensuche. Beide Weltmeisterinnen haben ihre Hunde zu „Bringslern“ ausgebildet. Dabei handelt es sich um eine besondere Art, dem Hundeführer anzuzeigen, dass eine Person gefunden wurde. Ihr Wissen werden die Weltmeisterinnen nun an die Workshopteilnehmer weitergeben, denn in Norddeutschland werden die meisten Rettungshunde als „Verbeller“ (Hund bellt, sobald er eine Person gefunden hat), ausgebildet.

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