Mounted Games : Tolle Meisterschaft

Hier herrscht keine andächtige Stille, kein Zwang, eine bestimmte Kleidung zu tragen und Stammbaum und Ahnentafel oder sonstige Statussymbole sind allen piepegal. Bei den Mounted Games geht es um Schnelligkeit und Geschicklichkeit bei Reiter und Pferd – und womöglich das Wichtigste – gegenseitiges Vertrauen. Auch bei den Deutschen Meisterschaften der Einzelreiter, die dieses Jahr am letzten und am nächsten Wochenende in Tornesch-Ahrenlohe ausgetragen wurden und am Sonnabend, 1. Oktober, weiter ausgetragen werden.

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26. September 2011, 21:07 Uhr

Keine leichte Aufgabe für den Ahrenloher Reiterverein, solche Meisterschaft auszurichten. Dirk Grebe und Beate Hauschke wischen sich nach zwei Dritteln der Meisterschaften bereits die Stirn. „Puh, wir sind froh, wenn das vorbei ist.“ Dabei haben sie ihren Job super gemeistert, das Wetter machte extra „Mounted-Games Meisterschafts-Wetter“, nicht zu rutschig, nicht zu trocken für empfindliche Pferdebeine und die Helfer vom DRK hatten auch zwei gemütliche Tage, sprich es wurde niemand schwer verletzt, ein paar Kühlpackungen für angestoßene Schienbeine und Prellungen, einmal ins Krankenhaus, um nachzuschauen, was mit dem Bein eines gestürzten Mädchens war.

Ansonsten: ein Riesen-Spaß für Zuschauer und Reiter, ehrgeizig waren die Meisterschafts-Teilnehmer natürlich auch. Am Sonnabend die unter 14-Jährigen, viele kleine, wendige Ponys, Reiter, die vor nichts Angst hatten, Pferde, die wie die Teufel davon preschten und die, die sich sagten, wer langsam trabt, kommt auch ins Ziel. Flatternde Wimpeln an Stangen, klappernde Plastikflaschen, ein Werkzeugkasten mit schepperndem Werkzeug, all das mussten die Pferde ertragen und die Reiter sicher an Ort und Stelle bringen. Wem das Pferd durchging, wer an- und umrempelte oder wer gar zu laut schimpfte, hatte schon verloren, die faire Behandlung des Pferdes steht streng mit in den Regeln. Daher sind Gerte und Sporen bei Mounted Games verboten. Viele Reiter nutzen leider noch die sogenannten Hilfszügel, das Martingal, der den Druck auf das Pferdemaul noch einmal verstärkt und oftmals ein unschönes Bild vermittelt.

Auch das hannoversche Reithalfter, das die Nüsterngänge einschnürt, sollte eigentlich bei einem Sport, bei dem die Pferde kräftig durchatmen müssen, keinen Platz haben. Der Ahrenloher Reitverein indessen hat großartige Arbeit geleistet, ein tolles, ruhig gelegenes Gelände, übersichtlicher Aufbau, viel Platz für Pferde, Hänger und Autos, schicke Musik ohne Marschcharakter und volkstümlichen Schlagergedudel, selbst die „Gastronomie“ mit ihren selbst gemachten Kartoffelchips könnte zur Legende werden.

Glückwunsch an die Ahrenloher ReiterDie Mounted Games Einzelreiter aus dem Reit- und Fahrverein Ahrenlohe haben bei den Deutschen Meisterschaften durchaus eine wichtige Rolle gespielt und waren sehr erfolgreich. Gleich zwei Reiterinnen von den Ahrenloher Mounted Gamern landeten unter den zehn Besten bei den unter 14-Jährigen. Jule Maleen Röseke kämpfte sich auf Platz Fünf auf „Swidy“ Auch Katja Eckart ritt auf „Fee“ ganz vorne mit und wurde im A1 Finale siebte und steht damit auf dem siebten Platz bundesweit in ihrer Altersgruppe. Bei den unter 17-Jährigen haben zwei Reiter aus dem Mounted Games-Team Ahrenlohe teilgenommen. Tanja Böhlke ist im A 2 Finale auf „Fee“ Erste geworden und damit ebenfalls unter den zehn besten Einzelreitern in ihrer Altersklasse bei den Deutschen Meisterschaften. Tobias Tams düste im A 2 Finale auf den vierten Platz.

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