Neujahrsempfang in Uetersen : Toleranz und Zuversicht

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300 Gäste waren gestern der Einladung der Stadt zum Neujahrsempfang in die Schulmensa an der Bleekerstraße gefolgt, bei dem die Schlagworte Frieden, Solidarität und Respekt im Mittelpunkt standen. Bürgervorsteher Bergmann bat zunächst um eine Schweigeminute für die Terrortoten von Paris, um sodann aufzuzeigen, dass Uetersen eine aufgeschlossene Stadt sei, in der das Miteinander gelebt werde.

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11. Januar 2015, 19:06 Uhr

Uetersen biete für alle eine Heimat, und alle Seiten bemühten sich darum, sowohl die Solidarität als auch die Gemeinsamkeit zu pflegen. „Pegida“ täusche mit gewagten Parolen, doch die Bewegung wachse und das mache ihm langsam Angst. Alle müssten an einer Kultur der Verständigung arbeiten, auch die Menschen, die nach Deutschland kämen, die Querschnittsaufgabe Integration sei keine Einbahnstraße. mahnte Bergmann, der diesbezüglich die guten Kontakte zur türkischen Gemeinde hervorhob.

Die Inklusion bildete einen weiteren Schwerpunkt in Bergmanns Rede. Das Recht auf Teilhabe fordere derzeit insbesondere Uetersen als Schulträger. Land und Kreis ließen die Stadt bei ihren Bemühungen, die UN-Konvention umzusetzen, noch alleine. Zu den anwesenden Kreispolitikern sagte der Bürgervorsteher, das Thema Inklusion sei eine Baustelle für Kreistagsabgeordnete. Schließlich sagte Bergmann, dass es um die Finanzen der Stadt weiterhin nicht prickelnd bestellt sei. Das Thema Haushaltskonsolidierung bleibe daher auf der Tagesordnung. Freiwillige Leistungen werde man sich bis auf Weiteres nur begrenzt leisten können.

Seinen Dank sprach Bergmann den vielen Ehrenamtlichen aus, den Verantwortlichen der Bürgerinitiative „Uetersen blüht auf“ und der Feuerwehr.

Wehrführer Karsten Schütt sprach erstmals bei einem Neujahrsempfang. Er zeigte auf, mit wieviel Engagement jeder Kamerad ausgerüstet sei, um bei einem Alarm alles stehen und liegen zu lassen, um dem Nächsten zu helfen. „Für Sie gehen wir an unsere Grenzen“ richtete Schütt seine Worte an die Besucher des Empfangs. Er lud jeden Bürger ein, einmal in der Wache am Seeth vorbeizuschauen, um die Feuerwehr kennen zu lernen. Jeder könne Mitglied werden, um der demografischen Entwicklung zu begegnen.

Die Bürgermeisterin stellte vier Begriffe in den Mittelpunkt ihrer Rede: Respekt, Dankbarkeit Zuversicht und Zusammenhalt.

In Uetersen seien viele aktiv, ihre Stadt stärker zu machen ihnen gebühre Respekt. Respektieren solle man auch, dass es bei der Wahl des Bürgermeisters Verlierer und Gewinner gegeben habe. Uetersen ist keine Stadt der schlechten Verlierer und keine Stadt der überheblichen Sieger, machte sie deutlich.

In Uetersen seien viele aktiv, denen man zum Dank verpflichtet sei. Auch der Rettungsschirm, unter den sich Uetersen gestellt habe, verdiene Dankbarkeit. Denn er wird solidarisch finanziert. Das Jahr 2015 sei jedoch das Jahr, in dem man entscheiden müsse, wann dieser Rettungsschirm wieder zugeklappt werden müsse. Worte des Danks richtete die Verwaltungsleiterin in Richtung der Polizei, der Bundeswehr, der Politik und auch ihrer Verwaltung, die die Kürzungen der Politik auffangen würde. Der Stadt und der Region könne es nur gemeinsam besser gehen, formulierte sie.

Viele Menschen würden sich zur Stadt bekennen, manchmal mute das Geschehen dabei merkwürdig an, aber am Ende lasse man die Vernunft siegen, so Andrea Hansen zum Thema Zuversicht.

Die Bürgermeisterin erinnerte an die Städtepartnerschaft mit Wittstock, die vor 25 Jahren begründet worden war und an die diesbezügliche Feier in diesem Jahr. Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann überbrachte Grüße aus der Dossestadt und mahnte, sich mehr Zeit zum Miteinander zu nehmen. Man sollte sich öfter Aug’ in Aug’ unterhalten. Die Welt werde nicht von selbst immer kühler, man dürfe Ursache und Wirkung nicht verwechseln.

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