Ausstellung im POMM 91 : Töchter halten die Erinnerung wach

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Liebevoll haben Sabina Pansy (68) und Brigitte Zahrte (71) Scherenschnitte und Aquarellbilder für eine Präsentation im Foyer der Begegnungsstätte POMM 91 zusammengestellt. Sie ehren damit das künstlerische Schaffen ihrer 2004 verstorbenen Mutter Hildegard Horn, die von Kindheit an malte und filigrane Scherenschnitte fertigte, die einst sogar auf Kalendern und Postkarten gedruckt und verkauft worden waren.

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10. Oktober 2012, 20:38 Uhr

Hildegard Horn, als Hildegard König 1918 in Alveslohe geboren, lernte als Schulmädchen die Scherenschnitt-Technik kennen und begeisterte sich dafür. Ihr erster Scherenschnitt – ein Hahnenfußgewächs – ist Bestandteil der Ausstellung, die bis Januar 2013 im POMM 91 zu sehen sein wird. „Das künstlerische Talent unserer Mutter wurde im Lyzeum in Elmshorn entdeckt und gefördert. Sogar in der Zeitung wurde über ihre Scherenschnitte, die auf Postkarten und Kalender gedruckt wurden, geschrieben“, berichten Brigitte Zahrte und Sabine Pansy. Sie wissen, dass ihre Mutter während der Kriegs- und Nachkriegszeit mit den filigranen Scherenschnitten auch zum Unterhalt der Familie beigetragen hat.

Gerne erinnern sie sich auch an die von ihrer Mutter gefertigten Puppenmöbel und Bauernhoftiere. „Unsere Mutter war künstlerisch sehr geschickt. Sie hat auch viel genäht und gestrickt.“ Natürlich fand Hildegard Horn, deren Mann Hans Horn in der Gemeindeverwaltung tätig war und dessen Unterschrift als Tornescher Standesbeamter noch auf zahlreichen Eheurkunden steht, nicht immer Zeit zum Malen und Gestalten. Und manchmal blieben angefangene Arbeiten unvollendet.

Aufbewahrt hat sie ihre Werke, sofern sie nicht verschenkt oder verkauft worden waren, in zahlreichen Mappen. Und in diesen hatten die beiden Töchter nun wieder einmal geblättert und die Anregung einer Freundin aufgenommen, mit einer Auswahl an Scherenschnitten und Aquarellbildern eine Ausstellung zu gestalten. „Schon zu Lebzeiten unserer Mutter sollte es eine Ausstellung geben, aber daraus wurde leider nichts. Es ist schön, dass es nun geklappt hat“, betont Brigitte Zahrte. Sie und ihre Schwester hoffen, mit der Ausstellung im POMM 91 den Besuchern und Betrachtern Freude zu bereiten.

Ausgewählt haben sie 21 Scherenschnitte, darunter Märchenmotive und Arbeiten, die auf Grußkarten und Kalender gedruckt worden waren und eben auch den allerersten Scherenschnitt, den ihre Mutter im Alter von elf Jahren angefertigt hatte. Auch sieben Blumenaquarelle und historisches Geschirr sowie Gläser aus dem Familienbestand gehören zur Präsentation. „Wir danken Erika Lohmann und Ute Leszinski ganz herzlich für die Unterstützung“, so Brigitta Zahrte und Sabine Pansy.

Übrigens hatten sie jüngst an einem Antikmarkt-Stand einen Scherenschnitt ihrer Mutter aus jungen Jahren entdeckt. Da wurde ihnen ganz warm ums Herz.

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