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Uetersener Nachrichten

11. Dezember 2017 | 18:42 Uhr

Silkes Liebe : Todesdrama gefühlvoll aufbereitet

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Still war es in der Museumsscheune – zum dritten Mal. Veronika Haker (Sopran), Bettina Jung (Klavier) Uwe Winter (Sprecher) und Elsa Plath (Idee, Moderation und Script) brachten zu Gehör, was sich vor 127 Jahren in Moorrege zugetragen, damals Schlagzeilen verursacht und später einen Autor zum Schreiben eines Romans veranlasst hatte: Silkes Liebe.

shz.de von
erstellt am 15.Okt.2013 | 18:21 Uhr

Also die tragische Romanze zweier sich Liebenden im 19. Jahrhundert: Meta Kahlke und Fritz Norrenberg. Sie war ein Dienstmädchen im Schloss Düneck, er ein Taugenichts und Tagedieb, der beim Schlossherren Unterschlupf gefunden und die damals 16-jährige Meta wenig später geschwängert hatte.

Schlossherr Lienau wies ihn daraufhin an, das Haus zu verlassen, er könne sich nicht auf ewig durchfuttern. Offensichtlich in seiner Ehre getroffen und wohl auch, weil er stark verschuldet war, erschoss sich der damals 27-Jährige. Völlig verzweifelt ob des Todes ihres Geliebten, ertränkte sich Meta daraufhin in der Pinnau. Diesen wahren Stoff verarbeitete Carl Bulcke - die Protagonisten stark verfremdend – in seinem Roman, Elsa Plath wiederum gestaltete daraus eine literarisch-musikalische Matinee, die sich zum dritten Male eines Besucheransturms erfreuen durfte.

Mehr als 70 Gäste hatten sich durch Bilder, Lieder und Texte in diese dramatische Liebesgeschichte hineinnehmen lassen. Während der zweistündigen Matinee wurde die Tragödie in den Mittelpunkt gerückt, die der doppelte Freitod zweifelsohne darstellte. Altdeutsche Volkslieder, Klavierstücke von Beethoven und Chopin, Lichtbilder von einst sowie sensibel Vorgetragenes ließen die Ereignisse von damals überaus lebendig werden. Der Applaus wollte kein Ende nehmen. Das Publikum war begeistert: „Großartig! Hinreißende Lieder!“ Einige verließen den Saal und summten die Melodien vor sich hin. Die literarisch-musikalische Reise in die Vergangenheit war beeindruckend, gefühlvoll aufbereitet und brillant in Szene gesetzt worden.

Das engagierte Quartett ist am 23. Februar 2014 in Plön zu hören, mit einem Programm um den Dichter Matthias Claudius. Ferner in Planung ist ein Stolberg-Goethe-Programm im Mai in Eutin.

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