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Aktivistenprotest : Todesangst vor dem KKW Brokdorf

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Ob sie mit ihrer Ansicht nun richtig liegen, ob sie übertreiben oder nicht – die Menschen, die noch bis heute Vormittag in der Rosenstadt zu Gast sein werden, machen sich ernsthafte Sorgen. „Ausgestrahlt“ nennt sich die 2005 gegründete Initiative, deren Aktivisten seit gestern in Uetersen sind. Auf ihrem Weg vom Kernkraftwerk Brokdorf zum Hamburger Rathaus.

shz.de von
erstellt am 23.Jul.2013 | 21:18 Uhr

„Ausgestrahlt“ macht mit der Reise durch zwei Landkreise und die Hansestadt auf den 10. August aufmerksam, den Tag der Revision des Kernkraftwerkes Brokdorf. Dabei, so sagen die Aktivisten, werde der Reaktordeckel geöffnet, um die Brennelemente zu wechseln. Der Ausstoß radioaktiver Edelgase werde dabei ungefähr auf das 160-Fache steigen, dabei sei er schon im Normalbetrieb unerträglich hoch. Und das habe Folgen, so „Ausgestrahlt“. Rund um das Kernkraftwerk erkrankten anderthalbmal so viele Menschen an Krebs, wie statistisch zu erwarten wäre.

Die Aktivisten sind der Ansicht, dass dieses Risiko für die Anwohner nicht hinnehmbar ist. Gemeinsam mit der Anti-Atom-Initiative Pinneberg, Brokdorf-akut und der Göttinger Anti-Atom-Initiative sind sie daher seit dem 20. Juli unterwegs, um auf das ihrer Ansicht nach unverantwortliche Treiben der Atom-Lobby aufmerksam zu machen. Zudem erinnern sie mit ihrem Protestmarsch an den Bundestagsbeschluss, auf die friedliche Nutzung der Kernkraft in Zukunft in Deutschland zu verzichten (Energiewende) und fordern dessen Einhaltung. Die Karawane erregte bislang insbesondere Aufmerksamkeit, weil sie mit einem Krankenbett unterwegs ist, das die Krebsgefahr durch das Kernkraftwerk symbolisieren soll. Gestern wurden sie gegen 15 Uhr vom Zweiten Stadtrat, Erhard Vogt, vor dem Uetersener Rathaus begrüßt. Es folgte eine Kundgebung, der bei brütender Hitze jedoch kaum Bürger beiwohnen wollten.

Heute brechen die Aktivisten gegen 10 Uhr vom Marktplatz aus auf, um ihre fünfte Etappe in Angriff zu nehmen.

Gegen 15 Uhr werden sie in Pinneberg an der Drostei erwartet. „Ausgestrahlt“ freut sich auf jede Unterstützung. So ist es möglich, die Karawane zu begleiten, auch stundenweise, sie jeweils um 10 Uhr zu verabschieden, an den Abschlusskundgebungen teilzunehmen, den Aktivisten am Wegesrand zuzuwinken, ihnen Verpflegung zu reichen und natürlich auch Informationsmaterial zu verteilen, das von Mitgliedern der Karawane gerne weitergegeben wird. Wer sich über „Ausgestrahlt“ informieren möchte, kann das natürlich auch via Internet tun. Dazu ist die Adresse „ausgestrahlt.de“ im weltweiten Datennetz anzuwählen.

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