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Uetersener Nachrichten

23. Oktober 2017 | 17:38 Uhr

Tipp-kicken für Afrika

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Das gibt es an keiner anderen Schule. Eine Sonderanfertigung von 25 Tipp-Kick-Spielern in den Farben der Tansania-Flagge liegen im Büro des Lehrers Tobias Führmann, feinsäuberlich verpackt in Plexiglas-Boxen. Er ließ die blau, gelb und grün bemalten Edelstahl-Männchen für einen „Afrika Cup 2016 Tansania“ herstellen, den er bald an der Gemeinschaftsschule Moorrege (Gemsmo) ausrichten will. Eine 60-seitige Mappe zu dem Thema „Tipp-Kick in Schule und Unterricht“ soll die Kinder und Jugendlichen inhaltlich auf das Turnier vorbereiten. Die Arbeitsblätter können in den Fächern Mathematik, Kunst, Deutsch und Erdkunde eingesetzt werden.

shz.de von
erstellt am 22.Feb.2016 | 20:45 Uhr

Bereits Anfang des Monats begaben sich etwa 70 Schüler auf eine „Tour de Tansania“. Deren Stationen sind in Karten des afrikanischen Landes eingezeichnet, die im Format DIN-A0 in den Fluren der Gemeinschaftsschule hängen. 29 Schülerteams meldeten sich an. Jede Woche arbeiten sie einen Aufgabenzettel ab, um dadurch eine Etappe weiterzukommen. Für den Erdkunde-, Deutsch- und Ganztagsunterricht hat Führmann vier Gesellschaftsspiele mit dem Titel „Quer durch Tansania“ entworfen und herstellen lassen. Anhand von 150 Wissens- und 80 Ereigniskarten sollen die Schüler ihre Figuren auf den ansprechend und professionell gestalteten Spielplänen setzen.

Die Schule gab etwa 2000 Euro für das Material aus. 800 Euro davon erhielt Führmann aus Zuschüssen. Mit diesem Aufwand verfolgt er ein großes Ziel: Der Lehrer möchte die seit 2013 bestehende Partnerschaft zwischen der Gemsmo und der Privatschule Kiumako in Tansania mit Leben füllen. Auf den Trikots der Tipp-Kick-Spieler prangt daher die Aufschrift: „Gemsmo 13 Tansania“.

Der Verein Rafiki mit Sitz in Kiel baute die Schule in Uowo bei Mrimbo am Fuße des Kilimandscharo im Jahre 2005. Nachdem die Gemsmo-Lehrerin Julia Overbeck den Gründer Oliver Zantow kennen gelernt hatte, besuchte sie die Einrichtung 2013 allein. Ein Jahr später nahm sie bereits vier Schüler des zehnten Jahrgangs zu einer dreiwöchigen Exkursion nach Tansania mit. Während der ersten drei Wochen der Sommerferien wollen die Lehrerin Regine Pfeifers und Katrin Zorn, Leiterin des Offenen-Ganztagsangebots, ebenfalls drei Wochen lang das Land und die Schule erkunden.

An der weiterführenden Bildungseinrichtung werden 24 Schüler der Jahrgänge 7 bis 10 auf den Realschulabschluss vorbereitet. Ab der Klasse 8 werden englischsprachige Lehrwerke eingesetzt. Der Verein bezahlt die Lehrer aus Spenden. Zurzeit baut er Schlafräume, eine Küche und eine Mensa.

Julia Overbeck hofft, in zehn Jahren eine Gruppe tansanischer Schüler in Moorrege begrüßen zu können. Dann könnten die Schüler mit ihren eigenen Füßen einen Africa-Deutschland Cup 2026 austragen.

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