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Uetersener Nachrichten

17. Dezember 2017 | 09:50 Uhr

Tierische Steine und ein Blütenmeer

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Von in Stein gemeißelten Tieren will er nichts wissen. Was Bernd Bergkemper formt, gleicht eher tierischen Steinen. Die Bitte, Haustiere naturgetreu nachzubilden, lehne er regelmäßig ab. „Es ist wichtiger, dass es eine gute Skulptur wird als eine Eule“, sagte der 54-jährige Bildhauer aus dem Kreis Gütersloh während der Eröffnung der Sommerausstellung der Galerie von Knobelsdorf mit rund 50 Gästen. Eine gute Skulptur unterliege Normen wie etwa der Linienführung und dem Aufbau von Volumen.

shz.de von
erstellt am 12.Jun.2012 | 21:19 Uhr

Ein kleiner Keiler aus dem schwarzen Vulkangestein Diabas zeigt es: Die geschwungenen, sich in spitzen Winkeln treffenden Flächen des Rumpfes zeichnen eher die Linien seiner geballten Kraft nach als den Körper eines borstigen, verschlammten Wildschweins. Und trotzdem strahlt die Skulptur etwas Urwüchsiges, Lebendiges aus. Neugierig hebt der Eber den Rüssel. Verspielt kringelt sich sein Ringelschwänzchen. Kein Zweifel: Dieser kräftige junge Keiler will nur spielen. Ein tierischer Stein.

Abstrakter ist Bergkempers neuestes Werk gehalten: „Europa“ heißt der aufgesprungene, rund 450 Kilogramm schwere Ring aus Diabas, der im Garten der Galerie am Seerosenteich liegt. Die Skulptur soll den Nord-Süd-Konflikt in der Europäischen Union verdeutlichen: „Wenn es gut liefe, würden sich beide Seiten berühren“, erläuterte Bergkemper. In Haseldorf zeigt er 28 Skulpturen, darunter Bronzefiguren. Was für Bergkemper die Tiere sind, stellen für Galeristin Christiana von Knobelsdorf die Pflanzen dar. Im Frühling ging sie in Blumenläden, „um die Farben nach dem Winter zu sehen“, berichtete sie. Die Eindrücke verarbeitete sie in unterschiedlichen Abstraktionsgraden. Auf einigen Bildern sind Blüten und Vasen noch schemenhaft zu erkennen. Auf anderen Gemälden hat die Künstlerin die Form der Pflanzen hinter sich gelassen. Die Rottöne der Blüten gehen in farblich abgestuften, ineinander verschwimmenden Rechtecken auf. In deren Mitte scheint sich ein Fenster zu öffnen: Frühlingslicht bricht durch.

Vom Knobelsdorf zeigt rund 30 neue Gemälden, darunter abstrakte Marschlandschaften. Über letzten Silberstreifen an den Horizonten dräuen bewegte dunkle Himmel. Der Münsteraner Maler Armin Weinbrenner, der nicht zur Eröffnung kam, versteht sich selbst als Bildhauer im zweidimensionalen Bereich. Zu sehen sind neun groß- und kleinformatige Werke des 47-Jährigen.

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