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Holmer Sandberge : Tierische Helfer für den Naturschutz

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Wer abends in den Holmer Sandbergen spazieren geht, stößt ab und an auf ein Reh, das zum Fressen den Wald verlassen hat. Ganz andere Tiere sind derzeit anzutreffen, die sich ebenfalls gern über das frühlingsfrische Grünzeug hermachen. Knapp 600 Schafe und 20 Ziegen weiden in dem Landschaftsschutzgebiet. Sie sind unterwegs im Einsatz für den Naturschutz.

shz.de von
erstellt am 03.Jun.2013 | 21:24 Uhr

„Wir haben europäische Verantwortung für das Gebiet“, erklärt Bernd-Ulrich Netz, Leiter des Elbmarschenhauses und damit auch für den Schutz der Sandberge zuständig. „Das Gebiet braucht Pflege.“ Birken und die Traubenkirsche gedeihen frühlingsbedingt gut. Auch Heide gibt es. Schafe und Ziegen knabbern die jungen Triebe ab. Würde dies nicht geschehen, wären die Sandberge bald wieder zugewachsen.

Volker Drebisz ist Chef der Wanderschafherde. Bei seiner Arbeit wird er unterstützt von dem Hütehund Renzo (8). Anka ist ein Jahr alt und soll sich – bevor sie ausgebildet wird – von dem erfahrenen Schäferhund schon mal einiges abgucken.

Die Aufzucht und Schlachtung von Schafen ist ein Teil seines Geschäfts, der Einsatz der Tiere für den Naturschutz der andere. Vier Schafherden hat Drebisz. Aufgewachsen ist der heute 47-Jährige auf dem elterlichen Bauernhof in Rheinland-Pfalz mit Schafen und Kühen. Doch der Hof war zu klein zum Überleben. Auf Wunsch des Vaters machte er eine handwerkliche Lehre. Doch er wusste bald, dass es das nicht ist. Nach der Pleite seines Arbeitgebers machte Drebisz einen Schäferlehrgang. Heute ist er Schäfermeister und Chef eines anerkannten Ausbildungsbetriebes. Insgesamt vier Schafherden werden vom Land zum Naturschutz beschäftigt. Eine davon ist die von Drebisz, die 120 Tage im Jahr im Holmer Buttermoor sowie einem Schutzgebiet im Kreis Steinburg im Einsatz ist. Bei einer Ausschreibung konnte sich der Halter aus den Hamburger Vier- und Marschlanden durchsetzen.

Zehn Tage im Jahr – fünf im Frühjahr und fünf im Herbst – frisst sich seine Herde nun durch die Sandberge. Es sei sinnvoll gewesen, ihn zu beauftragen, so Netz, weil sich diese Arbeit gut mit der im Buttermoor verbinden lässt. „Außerdem wussten wir, was er und seine Tiere leisten“, so der ISU-Chef.

6000 Euro kostet diese Arbeit in den Sandbergen jährlich. Das Geld kommt aus der Holmer Gemeindekasse, wird jedoch durch einen hundertprozentigen Zuschuss aus Kiel gedeckt.

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