Neujahrsempfang : Thorsten Albig: „Lasst uns Politik mit Demut machen“

Der Spitzenkandidat der Sozialdemokraten für die bevorstehende Landtagswahl, der Kieler Oberbürgermeister Thorsten Albig, war am Mittwoch anlässlich des Neujahrsempfanges des SPD-Kreisverbandes, zu Gast in der Rosenstadt.

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18. Januar 2012, 20:36 Uhr

Albig gab den Kurs der SPD für den Wahlkampf vor: „Wir wollen den Menschen den Glauben an die Zukunft zurückgeben.“

Vor 150 Gästen in der Stadthalle Uetersen waren am Mittwoch Freunde und Anhänger der SPD zusammengekommen, um gemeinsam den Startschuss in das Wahljahr 2012 anzugehen. Der Kreisvorsitzende, Hannes Birke, eröffnete die Veranstaltung in gewohnt kämpferischer Manier: „Wir lassen uns nicht durch ein sogenanntes Haushaltskonsolidierungsgesetzt finanzpolitisch an die Kette legen. Das wäre das Ende der kommunalen Selbstverwaltung“, sagte Birke. Er setze auf eine sozialdemokratisch geführte neue Landesregierung nach dem 6. Mai und darauf, dass den Kommunen die durch das Land entzogenen 120 Millionen Euro dann wieder zurückgegeben würden. „Politik hat den Auftrag, zu gestalten und diese Gestaltung dürfen wir uns nicht nehmen lassen, trotz aller Sparzwänge.“

Hoffnungsträger der Sozialdemokraten ist der Kieler Oberbürgermeister Thorsten Albig. Er soll, nach dem Willen der SPD, nächster Ministerpräsident in Schleswig-Holstein werden. Albig stimmte seine Partei auf seine Linie ein, die Gesellschaft wieder ein Stück weit zusammenzubringen. „Wir müssen aus schwachen Menschen wieder starke Menschen machen und dürfen den Schwachen nicht auch noch etwas wegnehmen“, forderte Albig. „Wir können uns um Kopf und Kragen kürzen, wenn wir die Potenziale der Menschen nicht erkennen und sie mitnehmen.“ Albig appellierte an seine Partei, den Menschen Orientierung anzubieten. „Konservative Politik beschreibt ein Land am Abgrund.“ Er sagte, er wolle sich dafür einsetzen, die Gesellschaft wieder starkzumachen. „Sozialdemokratie beschreibt immer starke Gesellschaften, die begriffen haben, dass wir bereits bei Eins anfangen müssen, um alle Menschen mitzunehmen.“ Albig versprach, seine Regierung werde eine sparsame Regierung sein, die ihre Investitionen strikt danach ausrichten werde, „was unseren Zielen nützt.“ Eine Politik, bei der im Gießkannenprinzip Gelder verteilt werden, müsse vorbei sein. „Wir werden Politik mit Demut machen und wieder das Gespräch suchen mit den Vereinen, den Verbänden und vor allem den Kommunen. Wir stehen für das Gemeinwohl. Lasst uns gemeinsam gute Politik machen.“

Den anstehenden Wahlkampf wolle er als Kampf um die besten Konzepte führen. „Es soll aber kein Kampf gegeneinander werden. Kampf hatten die Menschen in Schleswig-Holstein in den vergangenen Jahren genug“, deswegen werde man sich sachlich mit den Argumenten der anderen auseinandersetzen. „Nicht alles was die anderen sagen, ist schlecht.“ Der Kampf Gegeneinander zeige oftmals, dass man „keine Antworten auf Sachthemen geben könne.“

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