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Zeremonie im Klosterviertel : Tee trinken wie einst die Priörin

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Zu einer Teezeremonie an einem schattigen Plätzchen in Uetersen hat Elsa Plath am Sonntag 14 Gäste empfangen. Gut gelaunt saßen sie im Klosterviertel vor dem historischen Teehaus der Priörin. Mit wenigen Handgriffen hatte die Gesellschaft auf der grünen Wiese eine festliche Tafel aufgebaut. Reihum lasen sie bei Tee und Gebäck Gedichte.

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erstellt am 22.Jul.2013 | 20:25 Uhr

„Wozu heißt es Teehaus? Man muss die Bedeutung einmal festhalten“, sagte die Gastgeberin. Sie hatte im Namen der Uetersener Arbeitsgemeinschaft Klostertage des Schleswig-Holsteinischen-Heimatbund-Ortsvereins „Ueterst End“ eingeladen. „Wir beleben die Klosterkultur und halten die Klostergeschichte am Leben“, erläuterte sie. Als noch adlige Fräulein im Kloster lebten, empfing die Priörin regelmäßig Gäste im Teehaus oder davor. Der Ort war dafür gut ausgestattet. Zwischen dem Pavillon und dem Graben lag eine weiß gestrichene Holzterrasse. Das kleine Gebäude, das einem dorischen Vorhallentempel nachempfunden ist, war früher mit einem Mahagoni-Tisch und Stühlen möbliert.

Nachdem Elsa Plath 1956 nach Uetersen gekommen war, erlebte sie die Teezeremonie zwar nicht mehr mit. Ältere Uetersener erzählten ihr aber davon. Louise Georgine von Rumohr lebte als letzte Priörin im Klosterviertel und starb 1968. Seit 2005 hält Karine von Rumohr das Amt inne.

Vor zwei Jahren belebte Elsa Plath die Tradition der Teezeremonie im Priörinnengarten wieder. Sie freute sich, am Sonntag als besondere Gäste Hubertus Graf von Luckner und Ehefrau Sabine begrüßen zu können. Außerdem reisten zwei Hamburger an. Ganz so fürstlich wie zu Zeiten der Priörin ging es nicht zu. Damals bewirtete eine Dienerschaft die Gäste. „Die haben wir nicht“, bemerkte Elsa Plath. Ihre Gäste hatten sich daher Tee, Gebäck sowie Geschirr selbst mitgebracht – und teilten gern. Ein Barmbeker war mit dem Schienenersatzverkehr in Uetersen gelandet. Ganz zufällig und unvorbereitet stieß er zu der Gesellschaft und freute sich über die Gastfreundschaft.

Elsa Plath war begeistert. „Das war wirklich ein besonderer Nachmittag“, sagte sie hinterher.

In diesem Jahr soll es bei der einen Zusammenkunft bleiben. Doch Elsa Plath möchte die Teezeremonie gern fortsetzen – und im nächsten Jahr am liebsten mit besseren Stühlen. Sie hat sogar schon 40 Stück geschenkt bekommen und hinter dem Teehaus gestapelt. Durch Wind und Wetter sind sie aber verschmutzt. Elsa Plath hofft daher, einen Stifter für einen passenden Unterstand zu finden.

Ein weiteres Ereignis steht an.

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