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Roboter-fussball : Technik, Taktik, Tore und viel Tüftelei

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Tornescher Klaus-Groth-Schule war Gastgeber für das Qualifikationsturnier für die Deutschen Meisterschaften.

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2017 | 16:00 Uhr

Tornesch | Die Anspannung war zum Greifen als sich am Sonnabend die Mitglieder der neun Teams um den Jury-Tisch in der Aula der Klaus-Groth-Schule (KGS) Tornesch versammelten. Zwei Stunden hatten die Teams Zeit, ihre zwei Roboter für die Qualifikation für das Deutschland-Finale im Roboter-Fußball der World Robot Olympiad (WRO) zu bauen. „Erlaubt war alles, was es an Lego-Teilen gibt. Natürlich kommen vor allem die Roboter-Steuerungen Mindstorm und Lego Technik zum Einsatz“, erläuterte WRO-Turnierleiter Kristoph Mattner. Zusammen mit Mario Selk, Leiter der „Legocraft-AG“ an der KGS, war er für die Endabnahme der Roboter zuständig, die ohne Anleitung aus dem Gedächtnis konstruiert werden mussten.

„Das nenn ich mal aufs Gramm genau gebaut“, stellte Selk begeistert fest, als er den ersten Roboter mit exakt 1000 Gramm wog – dem Maximalgewicht. Doch auch die Konkurrenz war mit 997 und 996 Gramm nicht viel leichter. „Es geht darum, dass alle Roboter in etwa gleiche Bedingungen haben. Wenn einer fünf Kilo wiegen würde, würde er einen mit einem Kilo einfach wegschieben“, erläuterte Mattner.

Durchmesser und Höhe – maximal waren jeweils 22 Zentimeter erlaubt – wurden mit einem durchsichtigen Kunststoffzylinder gemessen. „Die Roboter sollen nicht die Tore, die 45 Zentimeter breit sind, komplett abdecken“, sagte Mattner. Ein Griff für den unfallfreien Transport oder das Eingreifen der Schiedsrichter durfte die Maximalhöhe überragen, doch selbst Kabel mussten abgebunden werden. „Kein Problem. Ich habe noch vier Gramm über. Das reicht für Kabelbinder“, sagte einer der Teilnehmer voller Überzeugung. Bei einem Team flossen die Tränen. Der Roboter war zu hoch und zu breit. Hektisch wurden Teile abgebaut, um die Vorgaben zu erfüllen. An anderer Stelle musste der elektronische Kicker 14 Gramm abspecken. „Ich komme mir vor wie ein Arsch, aber so sind nun einmal die Regeln“, stellte Mattner fest.

Die neun Teams hatten die Programme für ihre Roboter im Vorfeld geschrieben. Mit Infrarotsensoren und Kompass spürten die Roboter die Bälle auf. „Man kann entweder mit zwei Angreifern oder einem Torwart und einem Angreifer spielen“, erläuterte Selk die unterschiedlichen Strategien. Der Torwart darf dann seinen Strafraum nicht verlassen. Sind zwei Angreifer im Einsatz, darf einer zur Abwehr des Balls maximal 20 Sekunden im Strafraum stehen. „Während des Spiels darf die Taktik geändert werden“, sagte Selk.

Möglichkeiten gab es einige. Immer wenn die Roboter in einer Ecke festhingen oder sich verkeilt hatten, unterbrachen die Schiedsrichter mit „Reset“ das Spiel. „Fußball ist ein riesiges Thema in der Robotik“, sagte Mattner. Forscher wollen 2050 soweit sein, dass Roboter gegen Menschen spielen können. „Hier sieht man aber, dass es kein leichtes Unterfangen ist.“


Plätze sieben und neun für Tornescher Teams

„Unsere Roboter sehen richtig gut aus“, hatte Selk sich für beide Tornescher Teams Chancen auf das Deutschland-Finale in Schweinfurt ausgemalt. Jeweils ein Mitglied des letztjährigen Finalteams unterstützte die aktuellen Starter. Doch sollte der Pädagoge falsch liegen. Am Ende standen nur die Plätze sieben und neun von neun Startern. Das Team „Tux“ des Gymnasiums der Stadt Rahden siegte vor „JackBot“ von der gleichen Schule und „Jump“, einem privaten Team aus Essen.
 

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