Landesmuseum : Tapperts Bilder im Kloster Cismar

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Im ehemaligen Benediktinerkloster Cismar –reizvoll gelegen und dicht an der Ostsee – ist die sehenswerte Ausstellung „Georg Tappert und Ernst Straßner“ zu sehen. Der Kunstfreund wird eingeladen auf eine Entdeckungsreise in die Welt des bedeutenden Expressionisten Georg Tappert (1880 - 1957) und seines Schülers Ernst Straßner.

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21. Mai 2015, 17:17 Uhr

Tappert kam erst nach einer Schneiderlehre zur bildenden Kunst. Denn Max Liebermann, der Präsident der „Berliner Secession“ bescheinigte ihm, „dass in demselben Anlagen sind, die des Ausbildens werth wären.“ Mit dieser Empfehlung ging er an die Karlsruher Akademie. In Worpswede, wo Georg Tappert die Bekanntschaft von Paula Modersohn Becker machte, gründet er 1907 eine private Kunstschule und kehrt 1909 nach Berlin zurück. Er beteiligte sich an Ausstellungen und betätigte sich als Kunstlehrer. Wichtig wurde für sein Kunstschaffen die Gründung der „Novembergruppe“ 1918. Unterbrochen durch den Kriegsdienst, nahm Tappert 1919 seine Lehrtätigkeit an der Staatlichen Hochschule wieder auf und wurde mit 41 Jahren zum Professor ernannt. Im Jahr 1937 wurde er entlassen und sein weiteres künstlerisches Schaffen untersagt. Tappert widmete sich nach 1945 dem Wiederaufbau der Hochschule für Kunsterziehung. Der Künstler starb 1957 in Berlin.

Es passt in Tapperts Biografie, dass er jetzt zusammen mit seinem Schüler Ernst Straßner in Cismar ausgestellt wird. Straßner wurde 1905 in Thüringen geboren und studierte 1924 an der Hochschule der Künste in Berlin bei Georg Tappert Malerei.

Der ehemalige Direktor des Landesmuseums und Tappert-Kenner Gerhard Wietek, attestierte dem Künstler nach seinem Tod ein hervorragender Lehrer und Pädagoge gewesen zu sein. Erst viel später trat mit Tapperts Nachlass die Bedeutung des Künstlers für den Expressionismus zutage. Witek veröffentlichte 1980 die erste umfassende Monographie mit einem Werkverzeichnis der Gemälde und organisierte Ausstellungen. Seit 2003 verwaltet die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen die angesiedelte Georg-Tappert-Stiftung. Die bemerkenswerte Schau ist bis zum 1. November, dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, geöffnet. Eintritt: 5 Euro.

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