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Uetersener Nachrichten

19. Oktober 2017 | 14:38 Uhr

Internet : T-Com raus, azv Südholstein rein?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Groß ist die Begeisterung gewesen, als es 2007 den Hetlingern in einer beispiellosen Gemeinschaftsaktion gelungen ist, die T-Com zu einer Versorgung mit schnellen DSL-Anschlüssen zu bewegen. Doch die Euphorie ist bei manchem längst verflogen.

shz.de von
erstellt am 05.Jun.2012 | 22:16 Uhr

„Irgendwann muss Schluss sein mit der Monopolpolitik der T-Com“, ist Michael Rahn sauer. „Und wenn wir einen Anbieter im Ort haben, warum fragen wir ihn nicht, ob er es besser machen kann?“, so der Fraktionssprecher der Freien Wählergemeinschaft mit Blick auf die „azv Südholstein Breitband GmbH“.

Eine ganze Reihe von Versäumnissen und Mängel werfen die Freien Wähler dem Ex-Staatsbetrieb vor. So hat Pech, wer heute einen neuen DSL-Anschluss haben will. „Alle Anschlüsse der T-Com in Hetlingen sind ausgebucht“, erklärt der erste stellvertretende Bürgermeister. Das Unternehmen schaffe es auch nicht, daran etwas zu ändern. Zur Überraschung der Freien mussten sie feststellen, dass das Neubaugebiet Grashofsland ebenfalls nicht an das schnelle Internet via T-Com angeschlossen werden kann. Rahn schlussfolgert: „Das Unternehmen hat die geschlossene Vereinbarung aus 2007 nicht erfüllt, das Hetlinger Gemeindegebiet komplett mit DSL zu versorgen.“ Zu einem Ärgernis für viele Hetlinger ist zudem ein Verteilerkasten an der Hauptstraße geworden, der durch einen Verkehrsunfall vor rund zwei Jahren ramponiert worden ist. „Die T-Com ist nicht in der Lage, ihr Versprechen einzuhalten, diesen Kasten gegen einen modernen auszutauschen“, erklärt der FW-Fraktionschef.

Mit einem Antrag zur Gemeindevertretersitzung am morgigen Donnerstag ab 20 Uhr in der Gaststätte „Op de Deel“ wollen die Freien zumindest eine Diskussion über die Zukunft der Telekommunikationsversorgung im Dorf anstoßen. Die Verwaltung soll nicht nur prüfen, ob rechtliche Schritte gegen die T-Com erfolgversprechend sind.

Auch sollen nach dem Willen der FW mit der azv Südholstein Breitband GmbH (Sitz: Am Heuhafen 2 in Hetlingen) Verhandlungen aufgenommen werden. „Ziel muss es sein, dass allen Bürgern, Vereinen und Gewerbetreibenden zukunftsorientierte Internetverbindungen bereitgestellt werden können“, so Rahn.

Der Schritt vom international agierenden Konzern zum regionalen Telekommunikationsunternehmen käme für die Hetlinger einem technischen Quantensprung gleich. 2008 hatte die T-Com Glasfaserkagel bis zu Verteilerkästen im Dorf gezogen. Die Signale werden von dort via Kupferkabel in die Haushalte geschickt, was die Übertragungsgeschwindigkeit deutlich senkt. Die Hetlinger Klärwerker würden dagegen Glasfaserkabel bis in jeden Haushalt legen.

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