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Das Sonntagsgespräch : „Swing und Rhythmus müssen stimmen“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Heute mit Robert Hoffmann (Rosetown Dixieland Oldies).

shz.de von
erstellt am 13.Mär.2016 | 16:00 Uhr

Uetersen | Robert „Bob“ Hoffmann ist eines der Gründungsmitglieder der Rosetown Dixieland Oldies, die Musikfans aus der ganzen Metropolregion begeistern. Im Sonntagsgespräch erläutert Hoffmann unter anderem, warum die Band so gut ankommt.

Die Rosetown Dixieland Oldies gibt es seit inzwischen vier Jahrzehnten. Wie schafft es eine Band, so lange zusammenzubleiben?
Uns verbindet der Spaß an der Musik. Eine große Rolle spielt sicherlich auch, dass wir nach wie vor gefragt sind und viele Anfragen bekommen, ob wir irgendwo auftreten. So gastieren wir beispielsweise regelmäßig in Sellhorns Gasthof in Tangstedt. Das nächste Mal sind wir dort am 8. April ab 20 Uhr zu hören.

Was macht den Charme der Gruppe aus?
Ein Erfolgsrezept ist, dass wir nicht immer alles bierernst nehmen und keine stocksteife Band sind. Auf der Bühne gehören gute Laune und ein kleiner Scherz zwischendurch einfach dazu. Oldtime-Jazz ist ja schließlich eine fröhliche Musik mit Rhythmus. Es gehört aber auch viel Arbeit dazu. Wir treffen uns jeden Montag, um gemeinsam zu üben.

Was bedeutet Ihnen die Musik?
Sehr viel. Ohne Musik hätte mein Leben ganz anders ausgesehen. Sie ist mein Hobby, das mich seit Jahrzehnten begleitet.

Gibt es Auftritte, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind?
Die SummerJazz-Festivals in Pinneberg, Gastspiele auf Helgoland und im Hamburger Cotton Club  – da gibt es einige. Etwas Besonderes waren die Auftritte in der Borstel-Hohenradener „Schmiede“, wo wir 32 Jahre spielten. Auch der „Carnival of Jazz“, zu dem wir 18 Jahre in das Pinneberger Hotel „Cap Polonio“ einluden, war immer wieder ein fantastisches Erlebnis. Die Teilnahmen am Jazz-Marathon im Hamburger CCH mit etlichen Bands aus ganz Europa werde ich ebenfalls nie vergessen.

Was fasziniert Sie an der Jazz-Musik?
In den 1950ern waren in Deutschland eigentlich Schlager und Musiker wie Peter Kraus angesagt. Mich faszinierte in meiner Jugend aber eher jemand wie Louis Armstrong mit seiner Reibeisenstimme. Damals empfingen wir noch die britischen und amerikanischen Sender, die ständig Jazz-Musik spielten. Das hat mich und meine Freunde geprägt, so dass wir uns entschlossen, selbst eine Band zu gründen.

Ist der Kreis Pinneberg eine Jazz-Metropole?
Auf jeden Fall. Eine Veranstaltung wie das SummerJazz-Festival in Pinneberg ist einzigartig. Dass gleich an vier Tagen auf mehreren Bühnen Jazz-Musik dargeboten wird, ist ungewöhnlich. Wir freuen uns immer wieder, wenn wir dabei sein dürfen.

Haben Sie vor Auftritten Lampenfieber?
Das gehört dazu. Wenn bei den ersten Stücken alles klappt, bin ich aber schnell entspannter. Konzentration und Disziplin sind auf der Bühne unverzichtbar. Swing und Rhythmus müssen ebenfalls stimmen. Darauf kommt es an.

Welchen Traum möchten Sie sich mit den Rosetown Dixieland Oldies erfüllen?
Es wäre fantastisch, noch einmal in New Orleans aufzutreten. Die Stadt ist schließlich die Heimat des Jazz. Vor Jahren durfte ich schon einmal dort spielen, weil bei einer Hamburger Band kurz vor der USA-Reise der Trompeter ausfiel und ich gefragt wurde, ob ich einspringen möchte. Von den Rosetown Dixieland Oldies waren auch der Pianist und der Schlagzeuger dabei. Wir traten in einem Jazz-Club in der berühmten Bourbon-Street sowie auf einem Mississippi-Dampfer auf.

Robert „Bob“ Hoffmann (77) ist Trompeter bei den 1975 gegründeten Rosetown Dixieland Oldies. Er wohnt in Uetersen, ist verheiratet und hat eine Tochter.
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