Apfelquetscher-Tag : Süßer Most aus dem eigenen Garten

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„Einfach unauffällig folgen!“, rief der freundliche Herr in Uniform den Autofahrern zu – die Blauröcke waren am gestrigen Sonntag für das Park-Leit-System in Seester verantwortlich und schleusten ein ums andere Auto zur Hörnstraße 29. Dort nämlich hatte der Apfelhof Früchtnicht bereits zum siebten Mal zum großen Apfelquetscher-Tag eingeladen. Größter Anziehungspunkt für die mehr als eintausend Besucher: Die mobile Apfelsaftpresse, die extra aus dem Alten Land ins südliche Schleswig-Holstein gekommen war.

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14. Oktober 2012, 22:10 Uhr

Hier konnten die Besucher Äpfel aus dem eigenen Garten zu bekömmlichem Saft verarbeiten lassen. Aus 80 Kilogramm Äpfeln wurden nach dem Quetschen 50 Liter bester Saft – insgesamt wurden mehr als 3000 Liter Apfelsaft gepresst. In praktischen Kartons mit fünf Liter Volumen und Zapfhahn ausgestattet, hält sich der vor Ort pasteurisierte Saft nun stolze 1,5 Jahre.

Nicht nur rund um die Pressmaschine gab es regen Andrang, hatten Ilka und Thies Früchtnicht doch ein buntes Programm für kleine und große Besucher am Apfelquetscher-Tag 2012 zusammengestellt. So wurde Kunsthandwerk präsentiert, in der Hofscheune standen Blumen und Pflanzen zum Verkauf und köstliche Teesorten, Marmeladen, aber auch Honig wurden feil geboten.

Für eine Reise in die Vergangenheit sorgte der Seildreher Dirk Möller. Der Rellinger hat sich das Herstellen von robusten Seilen nach alter Manier zum Hobby gemacht: „Viele erinnern sich zurück, in der Kindheit selbst einmal Seile gedreht zu haben, und freuen sich, bei mir die Erinnerung wieder auffrischen zu können“, so der Seildreher.

Groß wurden die Augen am Stand von Hartmut Sievers: Eine historische Apfelpresse verlangte dem Dorfbewohner reichlich Kraft in den Armen ab. Kleiner Ertrag bei großem Aufwand, aber: „Ich habe keine Angst vor Muskelkater“, so der fleißige Saftpresser. Beim Pony-Reiten und Kinderschminken mit Tanja Richert gab es lange Schlangen; kaum ein Kind, das nicht auf einem der Vierbeiner einmal reiten oder wie ein Schmetterling aussehen wollte. Außerdem waren der Ortsverband Seestermühe/Seester des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und das Elbmarschenhaus mit einem Informationsstand vertreten. Für feucht-fröhliche Stimmung sorgte die Jugendfeuerwehr, die mit Wasserspielen die Kinder überzeugte. Hier war Familie Polzin aus Uetersen lange Zeit anzutreffen: Ole (4) und seine zweijährige Schwester Marie übten sich an der Feuerwehr-Spritze. Vater Erik Polzin freute sich über das Freizeitangebot in der Seestermüher Marsch: „Solange es von oben trocken ist, bleiben wir hier“, lautete das Motto für das Unterhaltungsprogramm der Familie am gestrigen Nachmittag.

Zur Stärkung gab es hausgemachte Kartoffelsuppe und Würstchen, anschließend konnte man es sich bei Kaffee und von Seester Damen selbst gebackenem Kuchen gutgehen lassen. Für diejenigen, denen es schon herbstlich frisch war, hatte Familie Früchtnicht außerdem noch Apfelgrog parat. Die Erträge des Apfelquetschertages 2012 werden wie immer gespendet, um eine Anschaffung in der Gemeinde zu tätigen, versprach Ilka Früchtnicht. Bilderseite 10

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