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20 Jahre FW Hetlingen : Stück Zugewinn für die Demokratie

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Er ist ohne Zweifel einer der streitbarsten Kommunalpolitiker in der Region, ein Querkopf und Querdenker, einer, der Zeit seines Politikerdaseins polarisierte. Vielleicht gerade deshalb hat Helmut Gröne viel geschafft. Unter anderem brachte er vor 20 Jahren die Freie Wahlgemeinschaft (FW) Hetlingen auf den Weg. Gestern feierte die Organisation ihn, sich und das ehrenamtliche Engagement.

shz.de von
erstellt am 02.Feb.2014 | 21:35 Uhr

Was einst als Initiative aus Protest gegen die Politik der etablierten Parteien im Dorf gedacht war, sei heute eine Partei geworden. „Das berührt mich und erfüllt mich mit Stolz“, sagte der 77-Jährige in einem für ihn ungewohnt sanften Ton während seiner Gratulationsrede. Aber der FW-Gründer mahnte auch eine Kultur des offenen politischen Dialogs in der Gemeinde an und reagierte damit auf die Spannungen im Hetlinger Gemeinderat. „Man kämpft mit offenem Visier. Eine politische Auseinandersetzung ist keine Feindschaft“, sagte er auch an die Fraktion der CDU gerichtet. Für dieses Jahr, dem des 775. Geburtstags der Gemeinde, wünscht sich Gröne die Aufarbeitung der Dorfgeschichte von 1933 bis 1945. Bislang habe man den Eindruck gewinnen können, Hetlingen habe in dieser Zeit nicht existiert, sagte er.

FW-Fraktionssprecher Michael Rahn bescheinigte der Gemeinschaft, inzwischen erwachsen geworden zu sein, ohne dass die Mitglieder an Leidenschaft verloren hätten. Unverändert groß sei der Spaß an der politischen Auseinandersetzung. „Besonders reizvoll an der Kommunalpolitik ist, dass man auch aus der Opposition heraus gestalten kann“, sagte Rahn.

Die aktuellen Spannungen im Gemeinderat sparte auch er nicht aus. „Wir müssen daran arbeiten, Respekt vor dem politischen Gegner zu haben.“ Da nehme er sich nicht aus. „Auch ich verliere manchmal die Nerven“, sagte der FW-Fraktionschef. Neben den Bürgermeistern der eigenen und der umliegenden Gemeinden, Vertretern der Stadt Uetersen als Sitz des Amtes Haseldorf, der Kirche und der Freien Wählergemeinschaft Haselau war auch der SPD-Kreisvorsitzende Thomas Hölck Gast der Veranstaltung in Hetlingens einziger Gaststätte „Op de Deel“.

Er bezeichnete die Freie Wahlgemeinschaft als ein „Stück Zugewinn in der demokratischen Kultur und Vielfalt“. Dabei sei es die eigentliche Leistung der Mitglieder, die Anfangseuphorie nach der Vereinsgründung in 20 Jahre politische Arbeit umgesetzt zu haben.

„Manchmal beneide ich die Wählergemeinschaften“, so Hölck, würden sie doch nicht in Mithaftung genommen für das, was in der Bundespolitik passiere. Nicht beneidet wurde übrigens Michael Wiest, einer der Aktiven der ersten Stunde in der FW. Er musste der Veranstaltung wegen Krankheit fern bleiben, hatte aber einen würdigen Stellvertreter in Form einer handgenähten Puppe. Das Unikat glich dem Vorbild auf erstaunliche Weise.

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