Gymnasium : Stroh begrüßt uneinheitliche Klassen

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Wie wird sich der Wegfall verbindlicher Schulartempfehlungen auf das Ludwig-Meyn-Gymnasium (LMG) auswirken? „Wir rechnen mit einer größeren Heterogenität in den Gruppen“, sagte Schulleiter Alexej Stroh während der Mitgliederversammlung des Vereins der Freunde des LMG. Das heißt: Es werden mehr starke und schwache Schüler zusammen lernen. Ab diesem Jahr entscheiden in Schleswig-Holstein allein die Eltern, ob ihr Kind nach der vierten Klasse ein Gymnasium oder eine Gemeinschaftsschule besucht. Das neue Schulgesetz schreibt nur ein Beratungsgespräch am Ende der Grundschulzeit vor.

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06. Mai 2015, 18:00 Uhr

Diese Wahlfreiheit hat die Anmeldezahl am LMG zwar nicht steigen lassen, möglicherweise aber den Abwärtstrend durch geburtenschwache Jahrgänge abgefedert. 143 Kinder wurden für den neuen Jahrgang 5 eingeschrieben. „Wir sind damit ausgesprochen stabil, was angesichts insgesamt sinkender Schülerzahlen bemerkenswert ist“, sagte Stroh. Es stehe noch nicht fest, ob fünf oder sechs Klassen eingerichtet werden. In den vergangenen Jahren seien jeweils 140 bis 150 Kinder angemeldet worden.

Dass die Zahl nicht noch höher gestiegen ist, schreibt Stroh den Grundschulen zu. „Sie beraten eher zu Gemeinschaftsschulen und warnen immer noch zu sehr vor G8“, berichtete er. Dabei habe das LMG das G8-Pensum bereits angepasst.

Wie werden sich die fünften Klassen entwickeln? „Wird es mehr Abgänge geben, oder das Niveau gesenkt?“, fragte Beisitzer Wolfgang Tarrach. Stroh: „Ich weiß es nicht.“ Offensichtlich begrüßt er aber die Entwicklung. „Ich bin fest überzeugt, dass Heterogenität ein großer Gewinn für die Schule ist“, sagte er. Sehr homogene Klassen entwickelten sich weniger stark als andere. „Durch mehr Heterogenität gibt es eine neue Dynamik in der Gruppe“, sagte der Schulleiter. Zugleich betonte er aber: „Wir sind klar von unseren Anforderungen her.“

Sehr gute Erfahrungen mit einer gemischten Zusammensetzung hat die erste Integrationsklasse der Schule gesammelt. Ihr gehören drei Kinder mit einem Förderbedarf in der geistigen Entwicklung an. Grundsätzlich begleiten zwei Lehrer den Unterricht. „Das Projekt läuft unglaublich gut“, berichtete Stroh.

Die Förderkinder seien sozial sehr gut integriert. Darüber hinaus könne die Schule auf Landesebene einbringen, was ihrer Meinung nach für erfolgreiche Inklusion nötig sei. Klassenlehrerin Jula Rohde betonte gegenüber den UeNa: „Integration am Gymnasium ist nur denkbar mit einer doppelten Lehrerbesetzung.“ Nur so ließen sich Schüler mit unterschiedlichen Lernzielen in einer Gruppe betreuen. Das Projekt ist zunächst auf zwei Jahre begrenzt, eine Fortsetzung offen.

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