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Wetterkapriolen : Stroh bald ein Spekulationsobjekt?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Nach den erheblichen Preissteigerungen für Stroh und Heu in den vergangenen fünf Jahren setzen der verregnete Sommer und der trockene Frühling die Reitställe zusätzlich unter Kostendruck.

shz.de von
erstellt am 08.Dez.2011 | 20:50 Uhr

Nach Expertenschätzungen liegt die Stroh- und Heuernte in diesem Jahr etwa 30 Prozent unter dem, was tatsächlich gebraucht wird. Noch leben die Reitanlagen überwiegend von ihren Reserven.

Wohl dem Reitstallbetreiber, der durch langfristige Lieferverträge abgesichert ist. Neuendeichs Sportpferde-Züchter Sören von Rönne etwa kann auf seine Zulieferer setzen, allerdings kommen auf ihn ebenfalls deutlich erhöhte Kosten zu. „Die Preise sind in den letzten Jahren ohnehin deutlich gestiegen, weil viele Landwirte auf Maisanbau umgestellt haben. Nun kommt die Preissteigerung durch das ungünstige Wetter in diesem Jahr noch hinzu“, sagte er.

Nach Auskunft der Landwirtschaftskammer hat sich der Preis für Stroh in den vergangenen Monaten fast verdoppelt. Die Tonne im Quaderballen kostet jetzt um 110 Euro. Heu wird mit bis zu 200 Euro gehandelt, lag im Vorjahr noch bei 120 Euro. Das Problem ist vor allem die Strohknappheit. Wegen des trockenen Frühlings blieben die Halme klein, später ließ der sommerliche Dauerregen viele Ballen verschimmeln.

Viele Reitställe suchen mit Hochdruck nach Einstreu-Alternativen, rechnen damit, Stroh mit Hobelspäne mischen zu müssen. „Wir haben bereits Stroh aus Ostdeutschland und Ungarn gekauft. Das wird aber nicht reichen, deshalb sondieren wir permanent den Markt“, sagte Sigrun Günther, Stallmanagerin im Holsteiner Verband.

Gunnar Mohr, Chef der Haselauer Hengststation, bekommt sein Material aus der Region. Bislang reichte das Stroh, das auf einer Fläche von 25 bis 30 Hektar abfiel, vollkommen aus. Nun, so schätzt der Pferdeexperte, liegt der Ertrag etwa 40 Prozent unter dem der vergangenen Jahre. Ob er damit auskommt? Er weiß es noch nicht! „Ich habe die Möglichkeit, reichlich Stroh zu lagern, davon profitiere ich jetzt“, sagte er. Die Auswirkungen der schlechten Ernte würden die Stallbetreiber erst im Frühjahr wirklich zu spüren bekommen.

Diese Einschätzung teilt Lars Kuhlmann, Vorsitzender des Pinneberger Kreisbauernverbandes. Das gelte allerdings auch für das Heu. Zwar gebe es keinen akuten Mangel, aber „richtig gutes Qualitätsheu ist sehr knapp“, sagte er. Das brauchen Pferdehalter, um ihre Tiere gesund durch den Winter zu bringen.

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