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Uetersener Nachrichten

14. Dezember 2017 | 01:49 Uhr

Seniorenpolitik : Streit um einen teuren Workshop

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Jürgen Blaas will die Tornescher Seniorenpolitik umkrempeln. „Weg von der Altenhilfe, hin zur Partizipation“, sagte das 63-jährige Mitglied des Seniorenbeirats im Gespräch mit unserer Zeitung.

shz.de von
erstellt am 29.Jul.2013 | 21:17 Uhr

Was in der Vergangenheit gelaufen ist, enttäuscht ihn. „Über zu hohe Kantsteine können sie diskutieren, aber mehr nicht,“ sagte Blaas. Vor diesem Hintergrund ärgert es ihn besonders, dass die Stadt vor einem Jahr die Chance ausschlug, ihre Seniorenpolitik mithilfe eines Zuschusses auf neue Beine zu stellen.

Tornesch hätte an einem Pilotprojekt des Landes und der Bertelsmann-Stiftung teilnehmen können. Das Sozialministerium hätte Moderatoren gestellt, die in Tornesch einen mehrtägigen Workshop für eine „Zukunftsorientierte Seniorenpolitik“ gehalten hätten. Daran sollten Entscheidungsträger aus Politik, Verwaltung und andere „gesellschaftliche Akteure“ teilnehmen. Sozialminister Heiner Garg erläuterte: „Im Vordergrund der Workshops stehen die Vermittlung innovativer und konzeptioneller Fähigkeiten für eine zukunftsorientierte Seniorenpolitik sowie ein erster Maßnahmenplan.“

Die Tornescher Verwaltung hatte sich beworben und Glück: Die Stadt rutschte zusammen mit Schwentinetal, Rendsburg, Schleswig und Norderstedt in die Pilotphase. Das bedeutet: Das Land hätte die Kosten zu 100 Prozent (5000 Euro) getragen. Alle nachfolgenden Teilnehmer – zurzeit laufen vier Workshops, wie aus dem Ministerium zu hören ist – müssen die Hälfte zahlen. Doch Tornesch sagte ab. Blaas ist sauer.

Für Sabine Kählert, Leiterin des Amts für soziale Dienste, ist die Absage jedoch nicht endgültig. „Es ist nicht so, dass wir das nicht wollen“, sagte sie gestern. Die Stadt habe den Workshop aufgeschoben, weil zu viele Projekte gleichzeitig liefen, unter anderem die Wahl des Seniorenbeirats. Der sei mit der Absage einverstanden gewesen. Kählert versicherte: Wenn nun der Wunsch aufkomme, den Workshop nachzuholen, werde sie die Politik um Beratung bitten.

Blaas ist schon einen Schritt weiter. Bei der nächsten Sitzung des Seniorenbeirats will er zwei Anträge stellen: Zum einen soll das Gremium eine Kampagne unter dem Motto „Willst du mit mir gehen?“ anstoßen. Ziel ist es, „Menschen aus der Region zu vernetzen, die sich für Fragen des Älterwerdens interessieren“ und auf Basis der Hamburger Erklärung des Deutschen Seniorentags 2013 Aktionen entwickeln. Zum anderen will Blaas einen Stammtisch gründen. Er hofft, dass daraus ein Bürgerforum erwächst, das Leitlinien zum Thema „Älter werden in der Region Tornesch“ entwirft.

Der Ruf „Weg von der Altenhilfe, hin zur Partizipation“ bedeutet für Blaas, über die Bedürfnisse heutiger Senioren hinaus zu blicken. „Die Kommune ist verpflichtet, in Bezug auf die Allerjüngsten dafür zu sorgen, dass es in 40 Jahren keine Probleme bei Pflege und Wohnen gibt“, sagte er. Zu diskutieren sei über lebenslanges Lernen, den Fachärztemangel und die Organisation von Haushaltshilfen etwa durch Seniorengenossenschaften.

Der Beirat tagt am Donnerstag, 15. August, ab 15 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses.

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