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Uetersener Nachrichten

22. August 2017 | 08:04 Uhr

Elbdüker : Streit um die Beweissicherung

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Mit einer Informationsveranstaltung hat „Gasunie Deutschland“ die Hetlinger über die Erneuerung des Elbdükers aufgeklärt. Knapp 40 Bürger waren in den Schulungsraum der neuen Feuerwache gekommen. Besonders gestritten wurde über die Beweissicherung, mit der mögliche Schäden an den Häusern durch den Baustellenverkehr dokumentiert werden.

Klar wurde während der Veranstaltung, dass das deutsch-niederländische Unternehmen weitestgehend versucht, nicht in Regress genommen zu werden. Henning Stegemerten von Gasunie erklärte, dass eine Gutachterin die Häuser in der Schulstraße untersucht.

Mathias Strauch kritisierte, dass nach der vorgelegten Zeichnung nur ein Teil der Häuser in dieser Straße untersucht werden soll. Bürgermeisterin Barbara Ostmeier (beide CDU) verwies darauf, dass nach dem Planfeststellungsbeschluss der Zustand der Häuser entlang der gesamten Strecke beweisgesichert werden müssten, an der die Pkw’s und Lkw’s fahren. Danach ist Gasunie also auch verpflichtet, ihre Gutachterin durch die Hauptstraße und die Holmer Straße zu schicken.

Maren Fischer wohnt am Ortsausgang Richtung Holm und hatte Bedenken im Rahmen des Planfeststellungsverfahren geltend gemacht. Sie berichtete, dass ihre Vorbehalte von der Kieler Planungsbehörde mit dem Hinweis auf die Beweissicherung weggewogen worden waren – die es nun für sie nicht mehr geben soll.

Aus seiner Sicht seien Schäden an den Häusern in der Hauptstraße und Holmer Straße „unwahrscheinlich“, antwortete Stegemerten. Man werde es aber noch einmal überdenken und das Ergebnis der Gemeinde mitteilen.

Der stellvertretende Bürgermeister Michael Rahn (FW) warf die Frage auf, wie Schäden reguliert werden, so sie entstanden sind. „Man muss darüber reden, wie im Einzelfall damit umgegangen wird“, blieb der Gasunie-Mann unverbindlich. Rahn riet den Bürgern, ihre Häuser genau zu beobachten und entstandene Schäden sofort zu melden. Dies gelte auch für Beschädigungen an Fuß- und Radwegen sowie Bordsteinen.

Mehrere Bürger äußerten Befürchtungen, der Deich sowie der -verteidigungsweg könnte Schaden nehmen durch den Transport der Materialen vom Wedeler Tonnenhafen zur Baustelle nahe der Hetlinger Schanze. „Die Strecke wird vor dem Beginn gescannt und während der gesamten Zeit der Bauarbeiten überwacht“, antwortete Oberbauleiter Günter Moll. Setzungen müssten sofort behoben werden. Zeitplan und Verkehrsregelungen

Am vergangenen Mittwoch hat der Neubau des Elbdükers mit der Arbeit der Vermesser begonnen. Im Oktober startet der Tiefbau auf der Baustelle nahe der Hetlinger Schanze. Der Tunnelvortrieb beginnt im Mai 2014. Betriebsbereit soll der Düker im Oktober 2014 sein. Der Neubau wird direkt neben dem alten Rohr geschaffen. Der muss ab Dezember 2014 rückgebaut werden.

Nötig wird die Erneuerung, weil der Düker nur noch etwa 4,50 Meter unter der Sohle der Elbe liegt. Gefordert sind fünf Meter. Verschärfend kommt die geplante Elbvertiefung um zwei Meter hinzu.

Der größte Teil des Baustellenverkehrs wird über den Deichverteidigungsweg zwischen dem Wedeler Tonnenhafen und der Baustelle abgewickelt. In Hetlingen erwarten die Planer durchschnittlich 4,2 Lkw-Fahrten am Tag. In Spitzenzeiten sind es zehn Lkw- und 30 Pkw-Fahrten pro Tag.

Gasunie Deutschland will die Fahrer auf die Tempolimits im Dorf briefen. Auf dem Deichverteidigungsweg dürfen sie je nach Gewicht der Fahrzeuge zehn bis 30 Stundenkilometer fahren. Zwei Schwertransporte durch Hetlingen wird es geben. Die Bohranlage muss durchs Dorf transportiert werden. Dies soll per Handzettel oder über die Gemeinde angekündigt werden.

Der Aushub des neuen Dükers wird im Zwischendeichbereich zwischengelagert und im Rahmen des Rückbaus des alten Tunnels wieder verfüllt. Transporte werden von Montag bis Freitag auf die Zeit zwischen 6 und 20 Uhr beschränkt.

Rechtzeitig vor dem Beginn der Bohrarbeiten, also im Frühjahr 2014, will Gasunie eine weitere Bürgerinformationsveranstaltung organisieren.

Das Unternehmen hat übrigens einen Ansprechpartner für die Hetlinger benannt. Volker Böke ist per E-Mail (info@gasunie.de) oder telefonisch (0511/ 640607-2676) ab sofort erreichbar.

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erstellt am 19.Sep.2013 | 18:33 Uhr

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