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Uetersener Nachrichten

21. August 2017 | 15:49 Uhr

Hochlandrinder : Streit in der „Kuhschule“

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der Frieden währte nicht lange: Nur zwei Jahre, nachdem sich die Untere Naturschutzbehörde des Kreises (UNB), der Betreuungsverein und der Robustrinderverein auf ein Bewirtschaftungskonzept für das Liether Moor verständigt haben, gibt es jetzt Streit. Vor allem zwischen den Rinderhaltern und der Behörde ist das Einvernehmen gestört. Es geht um kulturelle Veranstaltungen im Landschaftsschutzgebiet sowie einen Bauwagen, Sitzmöbel und eine mobile Toilette auf dem Gelände der „Kuhschule“.

Der Robustrindverein betreut eine Herde von 25 schottischen Hochlandrindern. Dafür hat er 35 Hektar Weideland gepachtet: Flächen der Gemeinde Klein Nordende, des Betreuungsvereins Liether Moor und Privatflächen.

Ein kleines Areal wurde abgetrennt für die „Kuhschule“: Auf der Weide grasen die Kälber, auf der Wiese daneben treffen sich Vereinsmitglieder mit Besuchern wie etwa Schulklassen und Kindergärten. „Wir führen junge Menschen an die Natur heran und das sehr erfolgreich“, sagte Vereinsvorsitzender Dieter Wichmann. Die UNB sieht das durchaus ebenso, hat gegen gelegentliche Besuche nichts einzuwenden. Dass der Verein allerdings Bauwagen, Tische, Bänke und nun auch noch eine mobile Toilette auf dem Gelände installierte, ist für die Naturschützer mit den ursprünglichen Zielen nicht mehr vereinbar. Wichmann und Mitstreiter würden das gemeinsame Ziel, nämlich den Schutz dieser Moorlandschaft, zunehmend aus den Augen verlieren und eigene, nicht abgestimmte Ziele verfolgen, ließ der Kreis verlauten. Die Reaktion erfolgte prompt: Offenbar nach einem entsprechenden Hinweis der UNB veranlasste das Bauamt des Kreises jetzt eine Überprüfung der Rechtmäßigkeit. Dem Verein könnte im Falle eines negativen Bescheides eine Rückbauverfügung drohen.

Dieter Wichmann ist sauer. Er fühlt sich von der UNB „gegängelt“, glaubt, dass die erfolgreiche Vereinsarbeit systematisch kaputt gemacht werden soll. Die Toilette störe niemanden, Bänke, Tische und Bauwagen würden schon länger dort stehen, ohne dass sich bis jetzt jemand daran gerieben habe.

Vielleicht, so Wichmann, sei das eine Revanche für den Plan des Vereins, zusammen mit Töverhuus-Betreiber Helmut Hamken und der Gemeinde ein Konzert im Moor zu veranstalten. Plattdeutsche Lieder und Geschichten sollten etwa 80 Leute in die Feldmark locken.

Daraus wird nun nichts, Hamken und Wichmann haben von der Idee bereits Abstand genommen. Nun wartet Dieter Wichmann auf die noch ausstehende Begehung des Bauwagen-Geländes und weiß jetzt schon, was er tun wird, wenn er abreißen soll: „Dann höre ich auf“, sagte er.

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erstellt am 12.Aug.2013 | 18:59 Uhr

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