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Eltern verärgert : Streit im St. Michaelkindergarten

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Im St. Michaelkindergarten in Moorrege hängt der Haussegen schief. Eltern fühlten sich im vergangenen Jahr von Kita-Leitung und Erzieherinnen so unverstanden, dass sie die Hilfe von Pastorin Vivian Reimann-Clausen suchten. Nach neuerlichen Problemen landeten jetzt zwei anonyme Schreiben auf den Schreibtischen von Bischof Gerhard Ulrich und Propst Thomas Drope. „Mangelnde Kommunikation“, macht Drope auf UeNa-Anfrage in dem Kindergarten aus, „wir sind dran.“

shz.de von
erstellt am 11.Jul.2013 | 20:39 Uhr

Anfang 2012 gab es zwei Beschwerden aus der Elternschaft an die Kita-Leitung, dass von Erziehrinnen die Aufsichtspflicht verletzt worden war. In einem Fall war eine Mitarbeiterin aus dem Raum gegangen, obwohl eine Kerze noch brannte. Zudem war nach einem Obstschneiden ein scharfes Messer liegen gelassen worden. Damals habe man nicht schnell genug auf die Beschwerden der Eltern reagiert, erklärt der Propst. Mütter und Väter wendeten sich an die Pastorin von St. Michael, die sich ihrer Sorgen annahm.

Um die Kommunikation zu verbessern, wurde ein Coaching-Prozess mit den Mitarbeitern begonnen, der derzeit noch läuft, so Drope. Aufsicht, Beschwerdemanagement und Kommunikation sollten verbessert werden.

In einem der anonymen Briefe wird von damaligen „Doktorspielen“ der Kinder berichtet, über die die Eltern anfangs nicht informiert worden sind. „Davon ist mir nichts bekannt“, entgegnet Drope.

Der evangelische sowie der DRK- und der Waldkindergarten aus Moorrege hatten im vergangenen Jahr gemeinsam eine Info-Veranstaltung mit dem Verein „Wendepunkt“ organisiert, der Opfern sexuellen Missbrauches hilft. Die war öffentlich via UeNa angekündigt worden.

Ebenfalls nichts bekannt ist Drope davon, dass Kinder von einer Erzieherin so hart angefasst worden sein sollen, dass sie blaue Flecken erlitten sowie aus disziplinarischen Gründen in einem Raum eingesperrt wurden.

Vor kurzen gab es eine weitere Info-Veranstaltung des Wendepunkte, diesmal nur für Kita-Eltern von St. Michael. Denn im Juni war bei einem Doktorspiel auf einer Toilette des Hortes ein Mädchen verletzt worden. Für den Propst ist es notwendig, dass mit den Kindern an dem Thema gearbeitet. Außerdem sucht er das Gespräch mit den Eltern. „Ich will wissen was sie denken“, sagt er.

Bis Ende Juni des vergangenen Jahres war die St. Michaelgemeinde Träger des Kindergartens. Am 1. Juli ging dies auf das neue evangelische Kita-Werk Pinneberg über. Zwölf kirchliche Einrichtung im Kreis werden jetzt so verwaltet. Das Kita-Werk hat einen Geschäftsführer, Drope ist der oberste Chef des Zusammenschlusses.

Zwei Abmeldungen aus der St. Michael-Kita habe es im Juni gegeben, so Drope. Die Eltern fühlten sich mit ihren Beschwerde über Aufsichtspflichtverletzungen nicht ernst genommen. Im kirchlichen Hort gibt es noch freie Plätze, in dem DRK- und dem Waldkindergarten nicht. Das sah 2010 noch anders aus. Da waren in allen drei Moorreger Einrichtungen die Plätze vergeben. Ursache der Veränderungen ist aber auch in einem geringen Maß der demografische Wandel. In Heist und Holm gibt es ebenfalls noch freie Plätze.

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