Stora verkauft! Käufer ist ein Investmentfonds

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Ist das jetzt eine gute oder schlechte Nachricht für das Uetersener Stora-Werk?

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16. Dezember 2014, 22:29 Uhr

Der finnisch-schwedische Konzern Stora Enso hat eine Vereinbarung über den Verkauf seines Uetersener Werks für Feinpapiere unterzeichnet. Käufer, so wurde bekannt gegeben, ist eine Firma, die mehrheitlich dem Investmentfonds Perusa Partners Fund 2 gehört. Dieser wird von der in München ansässigen Perusa GmbH verwaltet. Der Verkauf erfolgte für sieben Millionen Euro, wie Stora Enso auf seiner Homepage veröffentlicht hat. Zudem wird in diesem Zusammenhang von einem betrieblichen Verlust in Höhe von rund 30 Millionen Euro gesprochen. Dieser wird (als Sondereffekt) das vierte Quartal des Konzerns belasten.

In Uetersen werden holzfreie, mehrfach gestrichene Bilderdruckpapiere und einseitig gestrichene, nassfeste Etikettenpapiere hergestellt. Im Einsatz sind zwei Papiermaschinen. Die Transaktion folge, so heißt es, der Strategie Stora Ensos, das Unternehmen in einen Anbieter für regenerative Materialien umzuwandeln – kundenorientiert. Der Verkauf soll, vorbehaltlich aller behördlichen Genehmigungen, im ersten Quartal 2015 abgeschlossen sein.

Durch den Verkauf des Werks Uetersen verringert sich Stora Ensos Produktionskapazität für Papier um 240000 Tonnen jährlich. Im Werk Uetersen werden rund 400 Mitarbeiter beschäftigt. Stora Enso produziert weiterhin Spezialpapier im Werk Imatra und Feinpapiere im Werk Oulu, beide in Finnland.

Der erste Versuch, das Werk Uetersen zu verkaufen, damals an den österreichischen Papierhersteller Brigl & Bergmeister, scheiterte, nachdem das Bundeskartellamt angedeutet hatte, den Verkauf nicht zu genehmigen. Und jetzt? Thorsten Buthmann, der Betriebsratsvorsitzende der Stora Enso in Uetersen, ist optimistisch. „Wir haben ein gutes Gefühl“, sagte er gestern im UeNa-Gespräch. Zum Konzern gehöre noch eine Papierfabrik in Osnabrück. In diese habe Perusa bereits investiert. Buthmann hält es für möglich, dass, kommt es zu einer Genehmigung für den Verkauf, die Papiermaschine 2 wieder normal belegt werden kann. Mit dieser Maschine werden zweiseitig gestrichene Bilderdruckpapiere hergestellt. Dass dann auch mit einem Anwachsen der Beschäftigtenzahlen gerechnet werden darf, sei wahrscheinlich, denn alleine im Vertriebsbereich müsse man sich neu aufstellen.

Der Käufer hat sich am Montag den Mitarbeitern vorgestellt. Den Worten Buthmanns zufolge seien diese sehr angetan gewesen.

Es sei zu spüren gewesen, dass Perusa auf Langfristigkeit angelegt ist.

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