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Wenig Aufträge : Stora hat Kurzarbeit angemeldet

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Papierfabrik Stora Enso in Uetersen hat Kurzarbeit angemeldet. Etwa die Hälfte der 407 Mitarbeiter muss abwechselnd tageweise zu Hause bleiben und Geld von der Arbeitsagentur beziehen. Das bestätigte der Geschäftsführer Thomas Rajcsanyi gestern den UeNa.

shz.de von
erstellt am 17.Sep.2014 | 19:26 Uhr

Die Kurzarbeit betrifft die Mitarbeiter in der Produktion. Eine der beiden Papiermaschinen laufe seit Juni pro Monat nur noch an 20 Tagen. Die Maschine 1 ist am Montag erstmals für zehn Tage abgeschaltet worden. Die Kollegen, die in der sogenannten Formatausrüstung Papier zuschneiden, arbeiten nur noch in Früh- und Spätschicht. Die Nachtschicht fällt aus. Der Betriebsratsvorsitzende Thor-sten Buthmann schilderte den Grund: „Das Lager ist voll, weil Aufträge fehlen.“ Rajcsanyi betonte jedoch: „Das ist nicht Neues. Wir haben wie im Vorjahr im zweiten Halbjahr einen marktbedingten Einbruch.“ Das Uetersener Werk produziere vor allem Etiketten für den Getränkehandel. Da der Absatz von Bier, Wein, Wasser und Limonade nach dem Sommer regelmäßig zurückgehe, habe Stora Enso in Uetersen in den vergangenen Jahren im Herbst oft Kurzarbeit einführen müssen. Sie wird zunächst für die Bezugsfrist von sechs Monaten angemeldet.

Rajcsanyi ist sich sicher: „Wenn es wie bisher läuft, sind wir ab Januar wieder voll ausgelastet.“ Dann würden die Maschinen wieder an wöchentlich sieben Tagen rund um die Uhr laufen. Er betont, dass nach wie vor Papier verkauft werde. „Es gibt keine Verzögerung. Wir sind lieferbereit“, sagte er.

Viele Kunden stellten zurzeit Anfragen wegen des schwebenden Kartellverfahrens. Wie berichtet, will die österreichische Firma Brigl&Bergmeister die Uetersener Papierfabrik kaufen. Das Kartellamt wollte sich im Juli entscheiden, eröffnete dann aber eine zweite Phase der Prüfung. „Wir erwarten Mitte Oktober eine Stellungnahme“, sagte Rajcsanyi. Er räumte ein: „Wir hängen etwas in der Luft. Schöner wäre es, wenn das Kartellamt grünes Licht geben würde.“

Buthmann befürchtet, dass der Mutterkonzern sich nicht mehr um neue Aufträge bemüht. Der neue Eigner darf dagegen noch nicht akquirieren. „Wir hoffen, dass es bergauf geht, wenn das Kartellamt zustimmt“, sagte er.

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