Polizei-Aktion : Stopp dem Kennzeichenklau

„Ich muss zum ‘TÜV’, der ist abgelaufen“, hört man hin und wieder Menschen sagen. Mit „TÜV“ meinen die Leute natürlich die HU, nämlich die Hauptuntersuchung, die nur von anerkannten Prüfbetrieben durchgeführt werden kann. Der „Technische Überwachungsverein“ (TÜV) ist dabei nur einer von vielen anderen, die die begehrte Plakette vergeben dürfen. Namen wie „DEKRA“ oder „GTÜ“ sind auch vielen Kraftfahrern geläufig.

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03. März 2014, 21:25 Uhr

Allerdings nicht allen, wie eine groß angelegte Überprüfung der Polizei im Kreis Pinneberg ergeben hat: Insbesodere der Elmhorner Polizei begegneten seit 2013 immer häufiger Fälle von Kennzeichendiebstahl, bei denen meist nur das hintere Kennzeichen entwendet wurde. Vorne gibt es ja seit Zusammenlegung der sogenannten „Abgas-Sonderuntersuchung“ (AU) und der Hauptuntersuchung keine Plakette mehr. Außerdem wurden immer nur jene Kennzeichen gestohlen, auf denen eine recht frische Plakette klebte. In einem mehrtägigen Kontrolleinsatz ist die Polizei im Kreis diesem Phänomen nun auf den Grund gegangen: Rund 900 Fahrzeuge überprüften die Beamten Ende Februar und legten ihr Augenmerk dabei insbesondere auf Fahrzeuge in kläglichem Zustand, deren HU-Plaketten gerade frisch vergeben waren und deren Gültigkeitsdauer insoweit in einem krassen Missverhältnis zum meist äußerst schlechten Zustand der Fahrzeuge stand. Aber auch Transportfahrzeuge, die oft unter erhöhten Einsatzbedingungen leiden müssen, nahmen die Beamten unter die Lupe. Bereits am ersten Tag stoppten die Kontrolleure einen Pkw-Transporter, dessen HU-Plakette zwar frisch aufgeklebt, aber ebenso falsch war. Der Transporter hatte erhebliche und massive Mängel an der Bremsanlage und Durchrostungen am gesamten Aufbau. Er wurde noch an Ort und Stelle stillgelegt. Es gab aber auch Ahnungslose, die ihr Auto einer Werkstatt überlassen hatten, die zwar die Gebühren für die HU-Prüfung kassierte (und womöglich noch für angeblich notwendige Reparaturen), aber gar keine Prüfung durchführen ließ. In diesen Fällen wurden von falschen Prüfern einfach Plaketten angebracht, ohne dass das Fahrzeug jemals in Augenschein genommen worden wäre.

Außerdem flog ein falscher Prüfer auf, bei dem im Rahmen einer Wohnungsdurchsuchung gestohlene Kennzeichenschilder, präparierte HU-Plaketten und ein gefälschter Stempel für HU-Bescheinigungen gefunden wurde.

Gegen verschiedene Personen wurden diverse Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet, unter anderem auch wegen Urkundenfälschung.

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