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Sportangelverein : Stockfleth wieder Chef der Angler

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Posenkieker Ehrenvorsitzender rettet nach Rücktritt des Vorsitzenden die Vereinsarbeit.

shz.de von
erstellt am 18.Okt.2017 | 13:00 Uhr

Uetersen | Nachdem der Ehrenvorsitzende Siegfried Stockfleth bereits seit Mitte Juli auf Beschluss des Vorstands kommissarisch die Geschäfte des Sportangelvereins Posenkieker geführt hatte, wurde er nun auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung erneut zum Vorsitzenden gewählt. Nur ein junger Sportangler unter den 31 Anwesenden gab ihm nicht seine Stimme.

Der 78-jährige Stockfleth rettet mit seiner Bereitschaft, wieder den Vorsitz zu übernehmen, die Vereinsarbeit. Denn im Juli hatte der erst im Januar gewählte Vorsitzende Michael Mitsching sein Amt niedergelegt, weil er die umfangreichen Aufgaben als Vorsitzender der Posenkieker nicht mit seinen beruflichen Anforderungen in Einklang bringen konnte. Stockfleth war auf der Jahresversammlung im Januar nach 48 Jahren Vorsitz nicht wieder zur Wahl angetreten und sein Nachfolger wurde der langjährige zweite Vorsitzende Michael Mitsching. Der 62-jährige Bankkaufmann hatte jedoch offenbar den Arbeitsumfang unterschätzt. Die Gründe für seinen Rücktritt hatte er den Mitgliedern sowohl schriftlich als auch mündlich in der außerordentlichen Mitgliederversammlung dargelegt.

„Als Berufstätiger habe ich in der ersten Euphorie den Posten unterschätzt. Anfänglich war alles in Ordnung, aber dann kamen Termine und Telefonate zu Vereinsbelangen und im Zusammenhang mit Deichbauarbeiten in Seestermühe auch innerhalb meiner Arbeitszeit. Ständig wurde ich vom Projektleiter angerufen, dass an den gesperrten Teichen geangelt und der Schwerlastverkehr durch parkende Autos von Anglern behindert wird. Als Banker im Kundendienst habe ich jedoch nicht die Möglichkeit, ständig Vereinstelefonate während der Arbeitszeit zu tätigen oder mal schnell von Hamburg an einen unserer Teiche zu fahren, weil dort trotz Sperrung geangelt wird“, machte Mitsching seinen zu bewältigenden Spagat zwischen Verantwortung für den Verein und beruflichen Verpflichtungen deutlich.

„Ich musste die Reißleine ziehen, zumal es zu Stress mit meinem Arbeitgeber wegen der vielen Vereinstelefonate innerhalb der Arbeitszeit gekommen war“, betonte Mitsching. Die zur außerordentlichen Mitgliederversammlung anwesenden Sportangler brachten seiner Entscheidung Verständnis entgegen, fragten jedoch auch nach der Unterstützung aus dem Vorstand und dem Verteilen der Aufgaben auf mehrere Schultern.

Doch zum Zeitpunkt der besonderen Beanspruchung des Vorsitzenden weilte der Ehrenvorsitzende Siegfried Stockfleth im Urlaub, einen zweiten Vereinsvorsitzenden hatte es nach der Mitgliederversammlung im Januar nicht gegeben. Kommissarisch hatte das Amt auf Anfrage des Vorstands dann Horst Lewerenz übernommen. „Es musste sich alles erst finden. Michael Mitsching hat seine Aufgaben sehr gut wahrgenommen und bis zu seinem Rücktritt erfüllt“, merkte Lewerenz an. Die Mitteilung von Mitsching und anderer Vorstandsmitglieder, dass zur ehrenamtlichen Vorstandsarbeit auch noch hinzukomme, dass Mitglieder oder Interessierte am Sportangeln spät abends oder in frühen Morgenstunden anrufen, um Informationen zu erhalten, empörte die Anwesenden. „So etwas müsst ihr euch als Vorstand nicht antun, gebt doch feste Sprechzeiten heraus“, so die Anregung.

Dies sei in der Praxis nicht umzusetzen, merkte Stockfleth aufgrund seiner langjährigen Erfahrung als Vorsitzender an. Er hatte den Verein 1969 gegründet und bis zum Januar 2017 geführt. Sein seit Mitte Juli ausgeübter kommissarischer Vorsitz wurde nun durch die Wiederwahl bestätigt. „Wenn es meine Gesundheit erlaubt, bleibe ich noch vier Jahre Vorsitzender, aber dann müssen wir einen Nachfolger haben“, sagte er. Einstimmig wurden der 72-jährige Horst Lewerenz, der seit 45 Jahren den Posenkiekern angehört, zum zweiten Vorsitzenden und der 22 Jahre alte Jan Gehrmann zum Hauptgewässerwart gewählt. Auch er hatte sein Amt bereits kommissarisch ausgeübt, weil der bisherige Hauptgewässerwart zurückgetreten war.

Da der Vorstand durch die Neuwahlen in seiner Besetzung verändert wurde, gab Kassenprüfer Klaus Lustig einen Bericht, der sich auf die Zeit bis 18. Juli 2017 bezog. Einstimmig entlasteten die Anwesenden den im Januar gewählten Vorstand, dem weiterhin Barbara Hencke als Kassenwartin und Steffen Geisler als Schriftführer angehören. Geisler kündigte allerdings an, dass er aus beruflichen Gründen sein Amt zur Verfügung stellen möchte.

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