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Uetersener Nachrichten

17. Dezember 2017 | 21:03 Uhr

Bilanz : Stimmung in Firmen bleibt gut

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Volle Auftragsbücher und gute Prognosen für das kommende Jahr: Die Stimmung ist gut in den KreisPinneberger Unternehmen. Dennoch wächst die Kritik an der Wirtschaftspolitik von Bund und Land. Grund sind die zunehmende Bürokratie, der Mangel an Fachkräften und die schwierige Situation auf dem Ausbildungsmarkt. Das ergab eine Umfrage des Unternehmensverbandes unter 58 in der Region ansässigen Firmen. Demnach verlief die zweite Jahreshälfte für 37 Prozent der Unternehmen besser als die erste. 22 Prozent erwarten zudem für die erste Jahreshälfte 2016 eine noch bessere wirtschaftliche Entwicklung und rechnen mit steigenden Auftragseingängen. Damit schätzt die hiesige regionale Wirtschaft die Lage deutlich positiver ein als beispielsweise im Kreis Steinburg.

shz.de von
erstellt am 16.Dez.2015 | 21:09 Uhr

Dennoch warnen führende Vertreter des Unternehmensverbandes vor den Folgen der aus Wirtschaftssicht schlechter werdenden Rahmenbedingungen. „Weder auf Landes- noch auf kommunaler Ebene sind Strategien erkennbar, mit Investitionen für strukturelle Verbesserungen zu sorgen“, sagte Verbandsgeschäftsführer Sebastian Koch.

Dabei komme der Infrastruktur eine zentrale Rolle zu. „Wenn Sie sehen wollen, wie uns der Kragen platzt, lassen Sie uns über die A20 reden“, sagte Ken Blöcker, ebenfalls Geschäftsführer des Unternehmensverbandes. Das Thema bleibe ein drängendes, die Planungen für das Großprojekt seien schlampig und liefen zu schleppend. „Wenn wir verhindern wollen, dass die Region von der Entwicklung abgekoppelt wird, müssen wir in die Lage versetzt werden, unsere Waren schneller von A nach B zu transportieren. Die Schiene ist da keine Alternative“, sagte Koch.

Auch am Gesetz zum Mindestlohn lassen Firmenchefs kein gutes Haar. „Es ist handwerklich unglaublich schlecht gemacht und bedeutet wegen der Dokumentationspflicht einen enormen bürokratischen Mehraufwand“, sagte Salvana-Prokurist Michael Hentrich. Sein Unternehmen gehört zu den wirtschaftlichen Schwergewichten im Kreis Pinneberg. Der Futtermittelhersteller beschäftigt 180 Mitarbeiter und generiert einen Umsatz von 60 Millionen Euro.

Sorge bereitet außerdem die Lage auf dem Ausbildungsmarkt. Unternehmen kritisieren, viele der Lehrlinge seien nicht ausbildungsreif und würden häufig trotz eines unterschriebenen Arbeitsvertrages die Lehrstelle nicht antreten. „Hinzu kommt, dass beispielsweise bei uns die Zahl der eingehenden Bewerbungen um 70 Prozent zurückgegangen ist“, sagte Peter Hatje, Geschäftsführer der Hacon Betonwerke in Rellingen. Das Unternehmen beschäftigt 80 Mitarbeiter und macht einen Jahresumsatz von zehn Millionen Euro, Tendenz steigend.

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