Schleswig-Holstein-Musik-Festival : Stimme und Musik von Weltstars

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Das war ein Abend, vollgepackt mit spannenden Informationen und wahren Geschichten über den Komponisten Felix Mendelssohn, bereichert mit dessen wundervoller üppigen Musik, kann auch andersherum sein, Musik mit Lesung, beides hatte gleichwertige Brillanz.

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20. Juli 2014, 21:15 Uhr

Dazu noch die intime, sehr individuelle gastfreundliche Atmosphäre vom Haseldorfer Rinderstall, geschaffen vom Hausherren Prinz Udo von Schoenaich-Carolath-Schilden, dazu noch großartiges Festival-Wetter, da konnten die rund 650 Besucher das Ereignis in vollen Zügen genießen.

Der gute Laune-Effekt hielt nicht nur im Innenhof vor, zwischen und nach dem Konzert, sondern sprang auch im Handumdrehen auf die Künstler über und die können sich nicht nur in Haseldorf so glanzvoll sehen und hören lassen.

Da ist erst einmal Christian Brückner, dessen Stimme viel berühmter ist als sein Name. Der Schauspieler und Synchronsprecher verlieh sie Robert de Niro in nahezu all seinen Filmklassikern und ehrlich – der Brückner sieht viel besser aus als der de Niro - Stimme und Erscheinung sind schon an für sich ein Erlebnis und machten den Abend zum Augen- und Ohrenschmaus.

Christian Brückner las Erinnerungen aus Mendelssohn Jugend und seinen Begegnungen mit dem Geheimrat Goethe so lebendig und voller Überraschungen, dass so manch einer der Zuhörer sich fragte „Moment mal, was habe ich denn eigentlich mit zwölf, dreizehn oder 15 Jahren getan?“

Das ausgesprochen sympathische Fauré Quartett, Echo-Preisträger und innerhalb weniger Jahre berechtigt zu Weltruhm gekommen, zeigte, wie sehr sich harmonisches Miteinander auszahlt: Dirk Mommertz am Flügel, Erika Geldsetzer, Violine, Sascha Frömbling, Viola – er hat auch die Texte über Mendelssohn für Christian Brückner erarbeitet – und Konstantin Heidrich am Violoncello erarbeiteten die in frühester Jugend entstandenen Klavierquartette Mendelssohns voller Begeisterung und Empathie und dieser so seltenen freundschaftlichen Übereinstimmung.

Vor allen Dingen das Klavierquartett Nr. 3 in h-moll, das Mendelssohn dem damals so groß angesehenen Luigi Cherubini für eine Beurteilung vorstellte, war der Ausschlag, dass der Knabe Mendelssohn eine professionelle Komponisten-Karriere anstreben durfte. In den Texten, die Brückner las, kamen auch Sorgen und Nöte der Familie Mendelssohn vor, der Großvater, Kaufmann und Philosoph Moses, den Lessing in „Nathan, der Weise“ unsterblich werden ließ, der Vater Abraham, der von sich sagte „Erst war ich der Sohn eines berühmten Vaters, jetzt bin ich der Vater eines berühmten Sohnes.“ Ebenfalls die Bemühungen der Familie Mendelssohn, dem aufkommenden Antisemitismus mit der Konvertierung entgegenzutreten und den unverfänglichen Namen Bartholdy an den jüdischen Namen anzuhängen.

Begeistert waren die Künstler allerdings von ihrer Aufnahme in Haseldorf, rundum wohlfühlten sie sich beim Prinzen und der schmackhaften Versorgung durch Koch Florian Ehlers.

Y Glänzende Organisation der Freiwilligen Feuerwehr Haseldorf und etlicher Hilfen bei Einlass und Gestaltung des Festspielgeländes rundeten das perfekte Bild ab.

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