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Steuerzahlerbund : Steuersünderin mit Elbblick

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der Bund der Steuerzahler wirft der Stadt Wedel Verschwendung in Millionenhöhe vor. Verbandspräsident Aloys Altmann kritisierte gestern die Sanierung und Umgestaltung des Schulauer Hafens zu einer Maritimen Meile als unbezahlbaren Traum.

Im neuen Schwarzbuch „Die öffentliche Verschwendung“ ist Schleswig-Holstein mit zehn Fällen vertreten. Der Kreis Pinneberg bringt es auf drei: Neben dem Wedeler Hafenumbau kritisiert der Steuerzahlerbund die Kosten für den Bau des Torneums in Tornesch (UeNa berichteten) und die bereits aufgelaufenen Tiefbaukosten für ein nicht genehmigungsfähiges Gewerbegebiet in Barmstedt.

Die Revitalisierung des Schulauer Hafens ist Teil eines 30-Millionen-Euro-Sanierungspaketes, zu dem auch der neue Anleger Willkomm-Höft, die Aufwertung des Hafenumfeldes, das Wedeler Strandbad, die Verbesserung der Parksituation und Maßnahmen im Treppenviertel Süd gehören.

Kernprojekt ist die Maritime Meile mit Hafenumbau, Schaffung einer Hafenpromenade mit Ladenzeile, eines Hafentorplatzes mit Hotelneubau und Verbindung zum Strandbad. Ging die Stadt anfangs noch von einer Summe in Höhe von 14 Millionen Euro aus, werden die Kosten inzwischen auf rund 21 Millionen Euro geschätzt.

Eine aufwändige Kampfmittelbeseitigung, kontaminierter Boden, Bauschutt im Hafenbecken und die ständig drohende Verschlickung trieben die Kosten für die Maritime Meile und damit auch das Gesamtprojekt in die Höhe.

Aber der Steuerzahlerbund prangert auch mangelnden Realitätssinn bei der Umsetzung an: „In Wedels Rathaus war man davon ausgegangen, ein privates Unternehmen zu finden, das sowohl ein Hotel als auch die Sporthafenanlage betreibt“, heißt es in dem Schwarzbuch. Da sich diese Hoffnungen mangels Interesse nicht erfüllten, stehe die Stadt vor einem Problem. Wedels Verwaltungschef Niels Schmidt reagierte gestern prompt. Er warf dem Steuerzahlerbund seinerseits vor, mit falschen Zahlen zu operieren. Die Kosten für den Bau der Maritimen Meile seien auf 20,6 Millionen Euro gestiegen, nicht wie im Schwarzbuch vermerkt auf 30,6 Millionen Euro. „Diese Zahlen wurden nicht nur mehrfach öffentlich kommuniziert, sondern auch dem Bund der Steuerzahler in einem Schreiben vom Oktober letzten Jahres mitgeteilt“, sagte Schmidt, der im kommenden Februar erneut zum Wedeler Bürgermeister gewählt werden will.

Gleichzeitig stellte der Verwaltungschef klar, es gebe durchaus Interessenten für den Betrieb des Hafens und den Hotelbau. Entsprechende Gespräche würden laufen. Allerdings, auch das wurde in der Vergangenheit immer wieder deutlich, ist die Suche keineswegs so einfach wie ursprünglich angenommen.

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erstellt am 30.Sep.2015 | 22:37 Uhr

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