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Archäologie-Funde : Steinzeit-Artefakte bewahrt

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Seit seiner frühen Jugend interessiert sich der Ehrenvorsitzende der Kulturgemeinschaft Hans-Joachim Wohlenberg (78) für Archäologie. Und seit den 1970er Jahren baute er eine Sammlung auf, die er nun an das Stadtarchiv übergeben hat. Die Schenkung umfasst elf Kartons voll bestückt mit steinzeitlichen und bronzezeitlichen Funden, die auf dem Gebiet der Stadt Tornesch und Umgebung von Hans-Joachim Wohlenberg oder anderen Archäologie-Interessierten entdeckt worden sind.

shz.de von
erstellt am 24.Aug.2012 | 20:38 Uhr

Hans-Joachim Wohlenberg hat die archäologischen Zeitzeugen der Geschichte natürlich nicht einfach nur aufbewahrt, er hat sich wissenschaftlich damit beschäftigt und zu jedem Fundstück eine Karte mit Beschreibung des Stückes sowie Ort und Datum des Fundes und den Namen des Finders vermerkt. Zum Teil hat er auch Fundortskizzen und Fotos angefertigt. Und er hat die Fundstücke an das Landesamt für Vor- und Frühgeschichte zur Aufnahme in das Landeskataster gemeldet. Als Vertrauensmann des Landesarchives hat Hans-Joachim Wohlenberg mit der Bewahrung und Beschreibung der Fundstücke eine wertvolle Arbeit für Erkenntnisse über die Vor- und Frühgeschichte auf dem Gebiet der heutigen Stadt Tornesch geleistet. Denn die vom ihm vorwiegend auf Äckern gefundenen Flintabschläge, Keramikstücke, steinzeitlichen Scheibenbeile, Dolchfragmente, die von Werner Heitmann entdeckte Felsgestein-Axt oder die von Hermann Schlüter bei der Feldarbeit gefundene und an Hans-Joachim Wohlenberg übergebene Flintdolchspitze sowie weitere steinzeitliche Artefakte geben Aufschluss und über frühe Siedlungsspuren. Ganz besonders freut sich Hans-Joachim Wohlenberg noch heute, dass er im Esinger Wohld 1989 Reste eines Rennfeuerofens zur Eisenverhüttung gefunden und 1996 sogar Eisenschlacke vom Rennfeuerofen entdeckt hatte. Zu archäologischen Schätzen, die nun im Stadtarchiv aufbewahrt werden, gehört auch eine Sammlung (drei Flintbeile) der ehemaligen Ahrenloher Schule sowie ein Tongefäß der Jüngeren Römischen Kaiserzeit aus dem Nachlass des Rektors Becker.

Seit der jeweiligen Aufnahme der Fundstücke in das Kataster des Landesamtes für Vor- und Frühgeschichte stehen die Exponate für Recherchen und wissenschaftliche Arbeiten zur Verfügung. Aber auch Privat-Interessierte oder Schulklassen sind nun im Stadtarchiv, das ehrenamtlich von der Historikerin Annette Schlapkohl im Heimathaus betreut wird, willkommen. Sie ist donnerstags von 9 bis 11 Uhr vor Ort und im Archiv unter Telefon 04122/957258 oder per E-Mail: archiv@tornesch.de erreichbar.

„Es ist eine tolle Sammlung, die Hans-Joachim Wohlenberg aufgebaut und an das Stadtarchiv übergeben hat“, so die Historikerin.

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