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Uetersener Nachrichten

21. Oktober 2017 | 12:46 Uhr

Empfang : Statt Ehrennadel eine Rose

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Kreispräsident Burkhard E. Tiemann hat sich am Dienstag mit einer bewegenden Zeremonie bei ehrenamtlichen Rettern und Helfern aus THW, Maltesern, Feuerwehr, DLRG, Johannitern und DRK bedankt. Dabei verzichtete er auf die Verleihung einer Ehrennadel, nachdem führend  Mitglieder des Kreistages nach der letzten Veranstaltung dieser Art vor zwei Jahren die Rechtmäßigkeit infrage gestellt hatten.

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erstellt am 24.Nov.2015 | 21:32 Uhr

Er könne sich kaum an eine Zeit erinnern, in der es ähnlich viele internationale Krisen mit ähnlicher Komplexität gegeben habe wie in den vergangenen beiden Jahren, leitete Tiemann seine Rede im Festsaal der Drostei ein. „Es sind erschütternde Bilder, die von den Krisenherden in unsere Wohnzimmer schwappen“, sagte Burkhard E. Tiemann. Er erinnerte an die damit einhergehenden humanitären Katastrophen, bezeichnete die Anschläge von Paris als „Inferno des Terrors“ und appellierte eindrücklich an die Bürger, „jetzt nicht alle Muslime über einen Kamm zu scheren, damit die, die selber Opfer sind und deshalb zu uns kommen, nicht den Preis dafür zahlen“.

Über die jüngsten Terroranschläge und die Flüchtlingskrise schlug Tiemann in seiner Rede den Bogen zu den ehrenamtlichen Helfern, „die oft unter Einsatz ihres eigenen Lebens das anderer Menschen retten“. Sie leisteten Herausragendes für das Gemeinwesen, arbeiteten verlässlich, schnell und gut und machten damit eine Gesellschaft lebens- und liebenswert. „Unser Gemeinwesen braucht Menschen wie Sie. Sie schaffen das Fundament, auf dem dieser Staat steht, und ich wage gar nicht daran zu denken, dass Sie eines Tages auch gerufen werden könnten, wenn bei uns ein Terroranschlag verübt wird“, sagte Tiemann.

Im Anschluss gab es eine Rose für jeden von THW, Johannitern, Maltesern, DLRG, Feuerwehr und DRK benannten Retter, dazu einen bis zum Rand mit Kölln-Cerealien gefüllten Beutel als Dankeschön. Eine Ehrennadel indes gab es dieses Mal nicht. Beim letzten Empfang vor zwei Jahren war dem Kreispräsidenten vorgeworfen worden, mit der Verleihung rechtswidrig gehandelt zu haben.

Demnach bedarf die Auszeichnung verdienter Bürger mit einem Ehrenzeichen zwingend einer Legitimation etwa durch den Kreistag. Inzwischen sind die Fronten bei diesem Thema allerdings dermaßen verhärtet, dass bis auf Weiteres keine Einigung in dem Streit zu erwarten ist.

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