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Zukunft eines Uetersener Wahrzeichens : Starkes Interesse am Turm

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Wenn der Ausschuss für Bau-, Umwelt- und Verkehrswesen morgen Abend den Bebauungsplan Nummer 83 für das Gebiet „Tornescher Weg/Birkenallee“ im Bereich des Wasserturms ändert, könnte das der erste Schritt für die Erhaltung des eingetragenen „technischen Kulturdenkmals von besonderer Bedeutung“ im Sinne des Denkmalschutzgesetzes sein. Diese B-Plan-Änderung ist nämlich Voraussetzung dafür, dass sich die Pläne des Architekten- und Ingenieurbüros Butzlaff/Tewes vor Ort realisieren lassen. Die Architekten und beratenden Ingenieure wollen dort nämlich ein Bürogebäude errichten, das sich in die Struktur des Wasserturms einfügt (wir berichteten). Das Gebäude soll ebenerdig entstehen und rund 110 Quadratmeter Nutzfläche aufweisen. Der Turm bliebe so vollständig erhalten, würde nach dem Erwerb von den neuen Eigentümern renoviert werden und so weiterhin ein weithin sichtbares Wahrzeichen Uetersens sein können.

shz.de von
erstellt am 09.Jul.2013 | 21:50 Uhr

Die Stadt sehnt sich schon lange nach einem solventen Erwerber. Denn sie mag nun gar nicht daran denken, demnächst als Eigentümer in die Pflicht genommen zu werden und mit Reparaturmaßnahmen zu beginnen. 125000 Euro Instandhaltungskosten wurden dafür bereits veranschlagt. Für eine Stadt, die sich finanziell neu aufstellen muss, eine viel zu hohe Summe und wohl auch nur schwer erklärbar angesichts der finanziellen Kürzungen bei Vereinen und Verbänden. Für die Stadt stellt sich zudem die Frage nach dem Nutzen, daher wurde beim Kreis Pinneberg bereits ein Abrissantrag gestellt, der von der Unteren Denkmalschutzbehörde jedoch abgelehnt wurde. Der Abriss selbst hätte der Stadt übrigens noch mehr Geld abverlangt, geschätzte 200000 Euro. Nun kann sich die Politik auf das konkrete Angebot der beiden Uetersener Architekten konzentrieren, die ihren Hauptsitz noch in Brande-Hörnerkirchen haben. Und sie wissen bereits, dass das Pinneberger Denkmalamt den angedachten Plänen der Ingenieure positiv gegenübersteht. Das ist beabsichtigt: Im Erdgeschoss, um den Turm herum, soll ein Büropavillon errichtet werden. Ein erstes Kaufangebot wurde der Stadt bereits unterbreitet. So soll der Wasserturm für den symbolischen Preis von einem Euro den Eigentümer wechseln. Ein solcher Preis ist bei Gebäuden mit starkem Sanierungsstau durchaus üblich. Im Kaufvertrag wird dann zugleich vereinbart, das Objekt so herzurichten, dass es verkehrssicher und optisch ansprechend ist, im Sinne des Denkmalschutzes. Das Ingenieurbüro, derzeit am Tornescher Weg angesiedelt, ist schon seit geraumer Zeit auf der Suche nach einem geeigneten Standort in Uetersen. Die Architekten haben deutlich gemacht, dass zur Realisierung der Pläne neben der Änderung des derzeit gültigen Bebauungsplanes auch die Einbeziehung der angrenzenden ungenutzten städtischen Grünfläche notwendig sein wird. Zur Geschichte des Wasserturms: Er wurde in den Jahren 1925 und 1926 von der Dykerhoff & Widmann AG und den Francken-Werken erbaut. Er wird als Vertreter einer Architektur zwischen traditionellen und modernen Bauformen angesehen, bei der der Wasserbehälter in Zylinderform über einer offenen Stahlbeton-Skelettkonstruktion liegt. Der achteckige Bereich um den Behälter ist mit Ziegelmauerwerk verkleidet, das expressionistische Stilelemente aufweist. Vermutlich ist einst geplant worden, dieses Ziegelmauerwerk bis auf den Boden zu verlängern, unter Umständen aber aus Kostengründen gescheitert, sodass genau diese Skelettstruktur heute maßgeblich für das Erhaltungsgebot ist. Die Sitzung des Fachausschusses im Rathaus beginnt um 19 Uhr.

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