Feuerwehr : Starker Einsatz als erster Helfer

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Ein Novum für die Feuerwehren von Marsch und Geest haben die Moorreger Kameraden geschaffen. Sie schlugen Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg für die „Deutsche Feuerwehr Ehrenmedaille“ vor, die ihm während der jüngsten Jahresversammlung vom Kreiswehrführer Frank Homrich überreicht wurde.

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20. Januar 2015, 21:18 Uhr

Die Auszeichnung für Personen, die nicht aktiv der Feuerwehr angehören sowie Repräsentanten ausländischer Organisationen wird vom Präsidenten des Deutschen Feuerwehr Verbandes vergeben. Im Kreis Pinneberg ehrt hauptsächlich der Kreisfeuerwehrverband mit dieser Medaille. 82 Einsätze nannte Wehrführer Sven Heitmann für 2014 in seinem Bericht. „Das ist leider erneut eine Steigerung zu den Einsätzen, die wir noch 2013 zu bewältigen hatten“, so der Wehrführer. Damals waren es 73. Wichtig ist die Trennung in First Responder- (63 Prozent) und realen Feuerwehreinsätzen (37 Prozent). Heitmann stellte klar, dass es sich bei den erstgenannten nicht um Sanitätseinsätze handelt. Die 15 Kameraden der FR-Gruppe seien im Durchschnitt vier bis fünf Minuten vor dem Notarzt beziehungsweise Rettungswagen beim Patienten. Bei den 51 First Responder-Alarmierungen wurde 18 Moorregern geholfen, in den anderen Fällen war man in die umliegenden Kommunen gerufen worden.

Gefordert waren die Blauröcke auch bei schweren Einsätzen, wie einem Großbrand in Appen und einem Verkehrsunfall mit vier Verletzten in Heist. Besonders hob Heitmann einen Suizidversuch in Heist hervor. Mit Kohlenmonoxid hatte sich der Mann versucht umzubringen. Er gefährdete so gleichzeitig die Retter, denn das Gas ist farb- und geruchslos sowie schon nach mehreren Atemzügen tödlich. Über die Anschaffung von Kohlenmonoxid-Meldern müsste nachgedacht werden, so der Wehrführer. 58 Kameraden, davon acht Frauen tun ihren freiwilligen Dienst. Das vermeindlich schwache Geschlecht ist bei der Truppe stark im Kommen. Anna Heidorn wechselte aus der Holmer zur Moorreger Wehr und Caro Gerstler wurde nach ihrem Anwärterjahr einstimmig aufgenommen. Jessica Heck startet in ihr Probejahr mit viel Engagement. Sie hat schon einen Sanitäterlehrgang bei der Johanniter Unfallhilfe mit 65 Übungsstunden absolviert. 2016 endet die dritte Amtszeit des Wehrführers. Heitmann bekräftigte seine Absicht, für eine weitere nicht mehr zur Verfügung zu stehen.

Abschied des „Ziehvaters“

Eine lange Reihe von Ehrungen konnten während der Jahresversammlung der Moorreger Feuerwehr vorgenommen werden. Seit 60 Jahren ist Hans Böttcher bei der Wehr, wofür es nicht nur Abzeichen, Präsentkorb sowie Zinnteller der Gemeinde gab, sondern auch kräftigen Applaus der Kameraden. „Macht es mir mal nach“, riet der so Geehrte seinen Kameraden.

Für 40 Jahre im Feuerwehrdienst wurden Thorsten Dührkop und Werner Mierisch ausgezeichnet. Seit 20 Jahren ist Ralph Henning und seit zehn Jahren Kirsten Grünfeldt, Jakob Nawrot, Melissa Semmelmann und Cedric Uhlemann dabei. Hauke Schmidtpott wurde von Kreisbrandmeister Frank Homrich mit dem Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze ausgezeichnet. Das Brandschutzehrenzeichen in Silber gab es aus den Händen von Wehrführer Sven Heitmann und seinem Stellvertreter Olaf Semmelmann für Harald Hübner und Jürgen Suhl.

Den Sachsen-Anhaltinischen Flutorden bekam Nico Amtage vom Moorreger Kreistagsabgeordneten Helmuth Kruse überreicht. Er hatte sich 2013 bei der Flutkatastrophe eingesetzt. Nico Amtage ist der erste Moorreger Kamerad, der seit 1962 diesen Orden erhielt.

Uwe Stahl wurde von Homrich zum Oberlöschmeister gemacht. Markus Eggers, Christian Höge, Danny Lötzsch, Ole Rohwer, Marco Semmelmann und Melissa Semmelmann können sich jetzt Oberfeuerwehrmann beziehungsweise -frau nennen.

Klaus Semmelmann wurde aus der Reserve in die Ehrenabteilung verabschiedet. Das fiel dem Wehrführer sichtlich schwer. Er bezeichnete Semmelmann als „meinen Ziehvater“, dessen Löschgruppe er einst übernommen hatte. Welchen Ruf er in der Moorreger Truppe genießt, wurde zudem mit der emotionalen Verabschiedung durch die Kameraden der Reserve klar.

Nicht wieder als Schriftführer kandidieren wollte Sören Weinberg. Zu seinem Nachfolger wurde Sven Müller gewählt.

Dennis Münch ist als stellvertretender Gruppenführer ebenso bestätigt worden wie der Sicherheitsbeauftragte Wolfgang Bolt. (tp)

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