Musik-Festival : Star mit vielen Facetten und ohne Allüren

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Weltstars der klassischen Musik haben die Elmshorner und Hamburger und Uetersener und alle anderen, die gern beim Schleswig-Holstein Musik-Festival (SHMF) in die Alte Reithalle auf dem Gelände des Holsteiner-Verbandes kommen, schon viele gesehen und gehört und bejubelt.

shz.de von
29. Juli 2012, 18:52 Uhr

Aber kaum je so einen: Daniel Hope, Star-Geiger ohne Star-Allüren, ein 38 Jahre junger Mann, der unbestritten zur Weltspitze gehört und dessen Spiel – in Elmshorn war es Bach und Mendelssohn – den Zuhörerinnen und Zuhörern die Tränen in die Augen treibt, er zaubert auf seiner Violine so viel tiefe Gefühle hervor und interpretiert Bachs Konzert für Violine, Streicher und Basso continuo in a-Moll und Felix Mendelssohns Konzert d-Moll für Violine und Streicher so individuell und ausdrucksvoll, dass es den meisten in der bis auf den letzten Platz besetzten Reithalle ganz sicher unvergessen bleiben wird. Und da beginnt gleich eine der vielen Geschichten, die sich um den weltberühmten Geiger ranken. Das d-Moll Konzert von Mendelssohn, eines seiner Frühwerke, galt lange als völlig unbekannt – bis es Sir Yehudi Menuhin von Mendelssohns Nachfahren erwarb und zur Weltpremiere brachte. Sir Yehudi Menuhin, der größte Geigenvirtuose des vergangenen Jahrhunderts, ebenfalls Gaststar in den Anfängen des Schleswig-Holstein Musik-Festivals, war es, der Daniel Hope in seiner Entwicklung entscheidend mit beeinflusst und gefördert hat.

Daniel Hope, der in Elmshorn nicht nur durch sein strahlendes Spiel sondern auch sein strahlendes Lächeln begeisterte, mit dem er in der Pause im Innenhof der Reit- und Fahrschule Autogrammwünsche erfüllte, ist ein echter Kosmopolit. Geboren in Durban, Südafrika, aufgewachsen in Großbritannien, lebt er in Wien und arbeitet zur Zeit als Musikalischer Direktor der Festspiele in Mecklenburg-Vorpommern.

„Mecklenburg Vorpommern erinnert mich so an Schleswig-Holstein“ schwärmt der Star-Geiger in einem Gespräch mit den Uetersener Nachrichten. Und jetzt sei er so froh, wieder einmal hier zu sein, denn es sei schon viel zu lange her, dass er da war, das letzte Mal bei einem Projekt mit dem genialen Schauspieler Klaus Maria Brandauer. Hier habe er seine Meisterkurse besucht, die so prägend für ihn waren und das nördlichste Bundesland in sein Herz geschlossen.

Er, der in allen großen Konzertsälen der Welt zu Gast war, bereits sechsmal für den Grammy nominiert wurde und das fünfte Mal den ECHO Klassik errang, gefiel dem Elmshorner Publikum auch in der Pause des Konzerts, als er mit unendlicher Geduld, viel Humor und Herzlichkeit CD's, Programmhefte oder eines seiner drei Bücher, die er bisher geschrieben hat, signierte. Nicht zu kurz kommen sollte allerdings auch das Streichorchester Solistes Européens Luxembourg, das mit seinem jungen und sympathischen Dirigenten Christoph König eine beeindruckende Version der „Tres Postales il-luminades“ des großen katalanischen Komponisten Xavier Montsalvatge ablieferte, moderne Klassik, die gängig ins Ohr schlüpft und sicherlich oftmals anspruchsvoller Unterhaltungsmusik Anleihen geliefert hat.

Abschließend ganz klassisch das Streichquartett in d-Moll von Franz Schubert „Der Tod und das Mädchen“, wunderschön und sehr romantisch. Musiker und Publikum waren hochzufrieden, jubelnder Beifall und strahlende Gesichter bei den Künstlern sagten mehr als 1000 Worte.

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