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Uetersener Nachrichten

22. August 2017 | 23:12 Uhr

Zweckverband : Städte kontra Umlandgemeinden

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Das ist kein Umgang miteinander“, schimpfte Detlef Goos (FDP), Bürgermeister der Gemeinde Tangstedt an die Adresse seines Kollegen aus Quickborn, Thomas Köppl. Unter Androhung einer Einstweiligen Verfügung hatte es der christdemokratische Verwaltungschef erreicht, dass sich die Verbandsversammlung des Abwasser-Zweckverbandes nicht wie ursprünglich geplant mit dem Beitritt ihrer Tochter, der „azv Südholstein Breitband GmbH“ zu einem zu gründenden Zweckverband beschäftigt. „Dies ist aber von hoher Wichtigkeit für die Dörfer“, unterstützte der Haselauer Bürgermeister Rolf Herrmann (CDU) den Tangstedter. „Wir brauchen das schnelle Breitband.“

Köppl schwieg zu den Anwürfen. Er kann sich als Punktsieger fühlen. Wie er es gewollt hat, wird sich die azv Südholstein Breitband GmbH nicht an dem neuen Zweckverband beteiligen, sondern nur Geschäftsführungsfunktion übernehmen. Der Quickborner hatte bereits zusammen mit seiner Elmshorner Kollegin Brigitte Fronzek (SPD) Druck in der Verbandsversammlung gemacht, so dass das kommunale Unternehmen weitere Aktivitäten in der „azv Südholstein Breitband GmbH“ einstellte. Die Politiker sahen finanzielle Risiken. Als Ausweg, so die Idee des Verbandsvorstehers Roland Krügel (CDU), könnte der Zweckverband gegründet werden.

Der Unmut der Dorfbürgermeister über ihre Kollegen aus den Städten war spürbar und wurde von Reinhard Pliquet (SPD) aus Neuendeich auf den Punkt gebracht. Die Städte seien großzügig gewesen, und hätten den Dörfern mit dem Klärwerk in Hetlingen die Entsorgung der Abwässer überlassen, erklärte er süffisant.

Nun behindern sie die Entwicklung der Gemeinden. „Macht Eure Geschäfte allein“, sagte Pliquet mit Blick auf Stadtwerke, die wie die azv GmbH im Telekommunikationsmarkt aktiv sind, allerdings mit geringem Erfolg.

„Wir wollen keinen Krieg zwischen Städten und Gemeinden“, erklärte Verbandsvorsteher Roland Krügel dazu. Das meine ich auch“, unterstützte ihn die Elmshorner Bürgermeisterin. Da lehnte sich ein Dorfbürgermeister aus dem Umland der Krückaustadt zu seinem Nachbarn und raunte ihm zu: „Ich lach’ mich tot.“

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erstellt am 17.Dez.2012 | 21:20 Uhr

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