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Geschäftsführung : Stadtwerkechef tritt überraschend zurück

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Das kam für alle überraschend: Manfred Tietje, seit 1. Januar 2011 Geschäftsführer der Stadtwerke Uetersen GmbH, verlässt das Unternehmen zum 30. Juni dieses Jahres.

shz.de von
erstellt am 06.Mär.2015 | 17:41 Uhr

Was hat den Uetersener dazu bewogen? Wie bewertet er die zurückliegenden vier Jahre? Tietje: „In den vergangenen Monaten hatte ich immer mehr den Eindruck, dass die Erwartungen der Uetersener Gremienmitglieder – gemeint sind die Mitglieder des Aufsichtsrates und der Gesellschafterversammlung – mit meinen Vorstellungen und Zielen nicht mehr deckungsgleich waren. Das für die erfolgreiche Weiterentwicklung eines Wirtschaftsunternehmens erforderliche Vertrauensverhältnis zwischen Uetersener Mitgliedern der Gremien und mir als Geschäftsführer sah ich ebenfalls als nicht mehr tragfähig an, so dass ich mich letztendlich dafür entschieden habe, das Feld zu räumen und den Weg frei zu machen für vielleicht bessere Ideen und Wertevorstellungen.“

Ist Ihnen nach vierjähriger Tätigkeit, in der Sie nach Ansicht vieler Uetersener Bürgerinnen und Bürger deutliche Spuren hinterlassen haben, der Abschied nicht schwer gefallen? Tietje: „Wenn man kurz vor Erreichen des 65. Lebensjahres steht, sollte man sorgfältig abwägen, ob die Aufgaben, die man freiwillig übernommen hat, noch im Einklang stehen mit den Zielen, die man sich für den privaten Bereich gesetzt hat. Wenn man feststellt, dass durch äußere Einflüsse, die man nicht verändern kann, die Freude auf der Strecke bleibt, sollte man die Konsequenzen ziehen, auch wenn es weh tut.“

„Was schmerzt Sie beim Verlassen der Stadtwerke am meisten?“ Tietje: „Da gibt es eine ganze Menge an Punkten: als ich die Verantwortung für das Unternehmen übernahm, hieß das Motto „Dat könnt wi alleen.“ Schauen Sie sich heute unsere Stadtwerke an: Wir sprüh’n nicht nur vor Energie, sondern wir haben uns zu einem Unternehmen entwickelt, das mit zahlreichen Merkmalen aufwarten kann, die für viele andere Energieversorger Vorbildfunktion haben. Bereits seit 2011 liefern wir ausschließlich Ökostrom – einige Versorger haben erst jetzt diese Idee übernommen – und tragen damit erheblich zum Schutz unserer Umwelt bei. Durch unsere Anteile am Windpark Uetersen sind wir, wenn auch noch in geringem Umfang, zum Stromerzeuger geworden. Elektromobilität, die erste und einzige E-Tankstelle weit und breit, unser neues, modernes, barrierefreies und kinderfreundliches Kundenzentrum, und, und, und; das alles sind Errungenschaften, denen oft schwierige Verhandlungen und zeitintensive Überzeugungsarbeit

vorausgegangen sind. Über die Ergebnisse freue ich mich, da vieles uns Beachtung und Anerkennung gebracht hat. Meinen größten Erfolg sehe ich aber darin, dass es gelungen ist, vielen Menschen in Uetersen - aber auch in angrenzenden Gemeinden - zu helfen. Die Stadtwerke Uetersen haben sich als kommunales Unternehmen mit sozialem Herz einen Namen gemacht. Das wird mir alles sehr fehlen. Genauso wie die harmonische Zusammenarbeit mit den vielen Menschen in unserem Unternehmen und denen, die ich entweder in den verschiedenen Organisationen, wie USM und IHG, Schulen, Vereinen, Verbänden, dem Haus am Rosarium, den Moorreger Karnevalisten, dem Burgkino, und anderen Gruppen oder als Einzelpersonen kennen und schätzen gelernt habe. Clown Mücke, alias Jens Ewald, Wolfgang Schroff, unser Grafiker und Erfinder unseres Drachens, und viele andere werden mir fehlen. Das macht mich schon ein bisschen traurig.“ „Welche Zukunftswünsche haben Sie für die Stadtwerke?“

Tietje: „Ich würde mich freuen, wenn unser bisheriges Motto gültig bleibt: „Die Stadtwerke Uetersen verstehen sich als langfristig und nachhaltig agierender Wertschöpfungspartner vor Ort, dessen tägliche Motivation das Engagement für Uetersen und die Menschen dieser Stadt ist“.

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